Spielberichte 1. Mannschaft

30.11.2019 – TUS Geretsried – TSV Jetzendorf  1:1 (1:0)

Geretsried – Der Trainer hatte dringenden Redebedarf. Kaum war der Schlusspfiff beim Landesliga-Duell des TuS Geretsried gegen den TSV Jetzendorf (1:1) verhallt, eilte Martin Grelics zu Schiedsrichter Michael Hofbauer. „Ich wollte wissen, warum er die gelb-roten Karten gegeben hat“, sagte der Coach, den die Antworten des Unparteiischen nicht wirklich befriedigten. Beim ersten Platzverweis gegen Jean Monty Mendama bestrafte Hofbauer den ungestümen Tordrang des 20-Jährigen, der den Ball noch ins Netz gekickt hatte, als er bereits wegen Abseitsstellung zurückgepfiffen worden war. „Das finde ich sehr kleinlich“, bemängelte Grelics die strenge Ahndung des Ballwegschießens. Den zweiten Spielausschluss, konnte der Schiedsrichter „nicht genau erklären“, so der TuS-Coach. Was womöglich daran lag, dass der Referee im Moment des Zusammentreffens von Mario Walker mit seinem Gegenspieler die Augen ganz woanders hatte.

Anzumerken bleibt: Die Ampelkarten waren nicht ursächlich für das Ergebnis. Aber sie sind symptomatisch für den Auftritt der Gastgeber, der wie ein Rückfall in die Phase zu Saisonbeginn anmutete, als der TuS seine Begegnungen fast regelmäßig in Unterzahl beendete. „Das war sicher eines unserer schlechtesten Spiele in dieser Saison“, stellte Grelics enttäuscht fest, nachdem sein Team sich wie im Hinspiel mit einem 1:1 begnügen musste. „Von 90 Minuten waren vielleicht fünf richtig gut. Das ist natürlich viel zu wenig.“ Bezeichnenderweise fiel in diesen wenigen Minuten, die den Coach zufriedenstellen konnten, die Geretsrieder Führung. Eine schnelle Kombination von Sebastian Rosina und Johannes Bahnmüller über die rechte Seite brachte einen Eckball ein. Den trat Ludwig Buchmair weit in den Jetzendorfer Strafraum, wo Srdan Ivkovic, der die Partie mit einem Kopfverband bestritt, den Ball mit unglaublicher Wucht zum 1:0 ins Netz köpfte. „Absolut spitze“, so der Kommentar von TuS-Torwarttrainer Günter Hornung, der wenig später TSV-Keeper Dennis Pöllner applaudieren konnte. Der junge Schlussmann wischte einen Kopfball von Walker nämlich gerade noch über die Latte.

Womöglich hätte ein schneller weiterer Treffer das Spiel frühzeitig entschieden. Doch in der Folgezeit besaßen die Gäste die deutlich besseren Chancen. Zum ersten Mal riesen Glück hatte der TuS nach einer halben Stunde, als Fabian Busl den Ball aus 15 Metern gegen den Pfosten zirkelte und gleich zwei Nachschüsse abgeblockt werden konnten. Drei Minuten später konnte Keeper Kai Fritz aufatmen, das seine Vorderleute sich zunächst bei einem Kopfball von Josef Keimel ebenso wie beim Nachschuss passend in die Bälle warfen.

In der zweiten Halbzeit, als Mendama bereits das Feld verlassen hatte, wäre beinahe Benjamin Fister das 2:0 gelungen. Doch sein Kopfball nach Ecke von Buchmair krachte gegen die Latte. Statt sich auf dem schnellsten Weg wieder in der Innenverteidigung zu begeben, ließ sich Fister an der Mittellinie noch auf einen Zweikampf ein und fehlte im Abwehrzentrum, wo der kurz zuvor eingewechselte Ivan Rakonic plötzlich frei vor Fritz auftauchte und zum 1:1 einschob. „Der Hauptpunkt war, dass wir fast immer die falsche Entscheidung getroffen haben“, monierte Grelics nach Spielschluss, dessen Mannschaft die Reihe ihrer schwachen Spiele gegen Konkurrenz aus dem Tabellenkeller um ein weiteres Kapitel erweiterte. Sein Fazit: „Das ist wirklich ein total glücklicher Punkt.“

TuS Geretsried – TSV Jetzendorf 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 (20.) Ivkovic, 1:1 (78.) Rakonic – Schiedsrichter: Michael Hofbauer (TSV Bernau). – Gelb-rot: Mendama (68., TuS), Walker (90.2. TuS). – Zuschauer: 90.

TuS: Fritz – Rosina, L. Kellner, Doqaj (61., N. Karpouzidis), Bahnmüller, Renger, Buchmair, Fister, Walker, Ivkovic, Mendama.

Vorbericht

Geretsried – Sie mögen sie nicht, die vermeintlich leichten Gegner aus dem Tabellenkeller. Neun Punkte ließen die Fußballer des TuS Geretsried in dieser Saison bisher gegen Klubs aus dem unteren Drittel liegen. „Gegen die tun wir uns schwer“, muss Martin Grelics eingestehen. Erinnert sei nur an die 3:4-Niederlage beim Vorletzten VfB Durach vor sechs Wochen oder das torlose Unentschieden gegen Schlusslicht Kaufbeuren am siebten Spieltag.

Auch das 1:1 im Hinspiel beim TSV Jetzendorf, der an diesem Samstag um 15 Uhr ins Isarau-Stadion kommt, war kein Ruhmesblatt. „Da waren wir vor allem in der ersten Halbzeit nicht gut“, räumt der TuS-Coach rückblickend ein. Trotz bescheidener Leistung war sein Team zwar in Führung gegangen, musste aber mit dem letzten Standard vor dem Schlusspfiff noch den Ausgleich hinnehmen. „Damals waren wir personell dezimiert“, erinnert sich Grelics an die Leidenszeit im August. „Jetzt haben wir eine andere Ausgangsposition.“

In den letzten fünf Heimspielen erzielte der TuS jeweils die maximale Punktzahl. „Diese Bilanz wollen wir natürlich ausbauen“, sagt der Trainer, „und die Bilanz gegen untere Mannschaften aufbessern.“ Dass beides nicht einfach wird, lassen – neben dem mutmaßlichen Kellerkinder-Komplex der Hausherren – die jüngsten Resultate der Gäste vermuten. Denn Aufsteiger Jetzendorf zeigt sich gegen Teams von oben oft von seiner besseren Seite, feierte beispielsweise einen 2:1-Sieg in Kempten und unterlag Bayernliga-Absteiger Sonthofen denkbar knapp mit 1:2. Allerdings geht es für beide Teams darum, sich vor dem Winter in eine gute Position für das Frühjahr zu bringen. Jetzendorf braucht einen Sieg, um im Abstiegskampf nicht an Boden zu verlieren. Und die Gastgeber können sich im Falle einer Niederlage das Schielen auf die Spitzenplätze sparen. „Es wird nicht leichter als vergangene Woche“, sagt Grelics, der die „gute Ausgangslage“ vor der Winterpause gefestigt wissen möchte. Es gilt, „noch Reize für die Rückrunde“ zu setzen. „Wir wollen möglichst lange oben dabei sein. Und dafür müssen wir gewinnen – das ist eine einfache Rechnung“, so der TuS-Coach, der die letzte Partie des Jahres deshalb in die Kategorie „sehr wichtiges Spiel“ einreiht.

Personell ist es wie immer – kein Spiel ohne Wechsel, aber jetzt in abgeschwächter Form. Niko Karpouzidis kehrt nach überstandener Krankheit in den Kader zurück. Aus der Stammelf streichen muss Grelics dafür Spielführer Christoph Herberth, der privat verhindert ist. „Chris hat in den letzten Wochen gute Leistungen gezeigt. Dass er fehlt, tut uns schon weh“, sagt der Trainer. Vermutlich wird Benjamin Fister aus dem Mittelfeld in die Innenverteidigung zurückbeordert. „Und dafür kommt vorne einer rein“, so Grelics, der dazu tendiert Plator Doqaj von Beginn an spielen zu lassen.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, L. Kellner, Bahnmüller, Renger, Buchmair, Fister, Walker, Ivkovic, Mendama, Doqaj, N. Karpouzidis, Topic, Ramaj, Reitel, Secerovic, Sevkovic, S. Untch

23.11.2019 – 1. FC Sonthofen – TUS Geretsried 1:1 (0:1)

Mit einem Satz war für Martin Grelics alles gesagt zum Match der Geretsrieder Landesliga-Fußballer beim FC Sonthofen. „Ein Punkt, alles gut, damit sind wir sehr zufrieden“, lautete das Fazit des TuS-Trainers nach dem 1:1 (0:1) beim Bayernliga-Absteiger. Angesichts der deutlich zahlreicheren guten Tormöglichkeiten der Hausherren, lamentierten die Gäste nicht lange darüber, dass sie bis zur 68. Minute mit 1:0 in Führung gelegen hatten.

Eine erste Gelegenheit für den TuS bot sich bereits nach etwa fünf Minuten, doch Srdan Ivkovic platzierte einen Kopfball zu zentral aufs FC-Gehäuse, so dass Torhüter Hiroaki Kawama keine Mühe hatte, einen Einschlag zu verhindern. Eine gute halbe Stunde später musste sich der Japaner im Sonthofener Kasten jedoch geschlagen geben: Mitten in die erste starke Drangphase des Tabellendritten hinein, dribbelte Sebastian Rosina in den Strafraum, seinen Schuss konnte Kawama zwar noch abwehren, doch den Abpraller beförderte Johannes Bahnmüller postwendend mit links in die Maschen zur 1:0-Führung für den TuS (39.). Nach der Pause setzte sich die Partie so fort, wie sie sich über weite Strecken der ersten Halbzeit gestaltet hatte – mit einem FC, der in der Vorwärtsbewegung noch einen Gang höher schaltete, und und seltenen Möglichkeiten für die Gäste. Eine gute Gelegenheit ließ Ivkovic aus, als er statt selbst den Abschluss zu suchen, den Ball im Strafraum quer legte. Ähnlich ging es Jean Monty Mendama, dessen Querpass beim Gegner landete. Auf der Gegenseite konnte sich TuS-Keeper Kai Fritz über Bewegungsmangel nicht beklagen. Einmal benötigte er die Hilfe seines Kapitäns Christoph Herberth, der im letzten Moment auf der Linie klärte. Mit zunehmender Spieldauer „war es nur eine Frage der Zeit“ (Grelics), wann Sonthofen ein Treffer gelingen würde. In der 68. Minute war es soweit: Nach einem Eckball traf Atsuy Ushida – mit dem Kopf zum 1:1-Ausgleich für die Allgäuer. „Dass sie kopfballstark sind, wussten wir. Und das haben wir auch gut verteidigt“, so der TuS-Coach. „Nur bei dieser einen Chance nicht.“ Grelics brachte Plator Doqaj (für Linksverteidiger Ludwig Buchmair), der die Chance zur erneuten Führung vergab: Als er im Strafraum gezogen wurde, ließ er sich nicht fallen, was wohl unweigerlich einen Elfmeterpfiff nach sich gezogen hätte, sondern versuchte es selbst, traf jedoch nur Torhüter Kawama. In der Schlussphase begegneten sich beide Teams noch einmal mit offenen Visier. „Man hat gemerkt, dass jeder das Siegtor schießen wollte“, kommentierte Grelics den leidenschaftlichen Schlagabtausch in den letzten zehn Minuten. Es blieb beim 1:1.

„Sonthofen war in der zweiten Halbzeit deutlich besser, deshalb können wir mit dem einen Punkt super leben“, stellte der Geretsrieder Coach fest, bevor er mit seiner Truppe gut gelaunt die Heimreise antrat. Das letzte Match vor der Winterpause findet am Samstag, 30. November, um 15 Uhr statt. Zu Gast im Isarau-Stadion ist dann der TSV Jetzendorf.

1.FC Sonthofen – TuS Geretsried 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 (39.) Bahnmueller, 1:1 (68.) Ushida. – – Schiedsrichter: Andreas Kasenow (FC Ingolstadt 04). – Gelbe Karten: Renger, Buchmair, Herberth (alle TuS). –– Zuschauer: 230.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, L. Kellner, Bahnmüller, Renger (90.+1, Ramaj), Buchmair (69., Doqaj), Fister, Walker, Herberth, Ivkovic (86., Reitel), Mendama.

Vorbericht

Geretsried – Kurz vor der Winterpause tun sich für die Fußballer des TuS Geretsried plötzlich Chancen auf, die noch vor wenigen Wochen so nicht zu erwarten waren. Das Team von Trainer Martin Grelics hat seine sommerliche Achterbahnfahrt offenbar eingestellt und sich in der Tabelle kontinuierlich verbessert. So gestaltet sich die Partie an diesem Samstag beim Tabellendritten FC Sonthofen (14 Uhr) zu einem Top-Spiel. Mit einem Sieg beim Bayernliga-Absteiger würden die Gäste richtig an die vorderen Plätze heranschnuppern. „Das ist doch ein Zuckerl, das wir in dieser Position sind. Das war nicht immer absehbar“, freut sich Grelics über die Entwicklung, die seine Mannschaft genommen hat. Entsprechend mutig werde sie die Reise ins Allgäu antreten. „Ich bin ganz zuversichtlich“, betont der Trainer. „Ich glaube, dass es ein sehr offenes Spiel werden kann.“

Während der TuS einen positiven Lauf hat und aus den letzten vier Partien drei Siege und ein Remis holte, sei Sonthofen in den vergangenen Wochen „ein bisschen wackelig unterwegs“ , wie Grelics die wechselhaften Ergebnisse des FC einstuft. Zuletzt siegte die Elf von Trainer Benjamin Müller knapp mit 2:1 beim TSV Jetzendorf, davor gab es Niederlagen beim FC Ehekirchen (0:1) und daheim gegen den FC Kempten (1:2). „Deshalb sehe ich uns nicht chancenlos“, betont der 33-Jährige. Schon im Hinspiel sei sein eigenes Team trotz einer zahlenmäßig deutlichen 0:3-Niederlage „nicht brutal unterlegen“ gewesen. „Die waren einfach kaltschnäuzig und clever – und sehr effektiv“, erinnert sich Grelics an die Partie vom vierten Spieltag. „Sie brauchen nicht viele Chancen, sind vor allem im Kopfballspiel wahnsinnig gut“, hebt der Trainer die Qualitäten des Tabellendritten um Torjäger Kevin Haug (15 Treffer) hervor.

Da kommt es gelegen, dass sich der TuS in den vergangenen Wochen auch in puncto Spieldisziplin und Verhalten erheblich verbessert hat. Davon konnte man sich zuletzt beim 3:2-Sieg gegen Kempten überzeugen. „Wir sind trotz des zweimaligen Rückstands nicht in Hektik verfallen und auch in der hitzigen Schlussphase cool geblieben“, stellt Grelics erfreut fest, dass sich die gelben und roten Karten gegen seine Kicker deutlich reduziert haben.

„Wir wollen uns vor dem Winter schon so gut wie möglich positionieren. Wenn wir gewinnen, und das möglichst nächste Woche zu Hause gegen Jetzendorf auch noch, haben wir für die Rückserie eine super Ausgangssituation“, so der TuS-Trainer. „Und wenn es in Sonthofen nicht klappt, geht die Welt nicht unter.“

Derweil kristallisieren sich die ersten Personalien für die Winterpause heraus. So rechne Grelics fest mit der Rückkehr von Mittelfeldregisseur Arthur Kubica, der seine Auslandsreise im Dezember beendet. Meriton Alasani, der berufsbedingt zuletzt kaum trainieren konnte, verlässt den TuS und wechselt zum Kreisklassen-Aufsteiger TSV Sauerlach.

TuS Geretsried: Fritz – Bahnmüller, Buchmair, Doqaj, Herberth, Ivkovic, L. Kellner, Mendama, Ramaj, Reitel, Rosina, T. Karpouzidis, N. Karpouzidis, Secerovic, Topic, S. Untch, Walker.

16.11.2019 – TUS Geretsried – FC Kempten 3:2 (1:2)

Geretsried – Zwei Rückstände aufgeholt und am Ende die Partie gedreht – nach dem 3:2 (1:2)-Erfolg am Samstagnachmittag gegen den FC Kempten war die Freude groß bei den Landesliga-Fußballern des TuS Geretsried. Martin Grelics jedoch hatte sich im Jubel den Blick für die Realität bewahrt. „Ich glaube, wir dürften uns nicht beschweren, wenn das Spiel in eine ganz andere Richtung läuft“, sagte der TuS-Trainer und spielte damit vor allem auf eine Szene in der zehnten Minute an. Zu diesem Zeitpunkt führten die Gäste bereits mit 1:0. Nach einem weiten Einwurf landete der verlängerte Ball bei Thomas Rathgeber, und Kai Fritz hatte zum ersten Mal das Nachsehen (7.). Wenig später lagen die Gäste vermeintlich mit 2:0 vorn. Doch Schiedsrichter Pantelis Gitopoulos gab den Treffer nicht: Er hatte ein Handspiel eines Kempteners gesehen.

Die ohne eine Reihe von Stammspielern angetretenen Geretsrieder fanden nur schwer in die Partie, obwohl ihnen bereits in der 13. Minute der Ausgleich gelang: Christoph Herberth hatte Srdan Ivkovic bedient, war jedoch durchgelaufen und steckte den von Ivkovic wieder in den Lauf gespielten Ball ins lange Eck. „Das war eine riesen Willensleistung“, kommentierte Grelics das 1:1 durch seinen Kapitän. Nach einer halben Stunde lagen jedoch die Gäste wieder vorn. Ex-Profi Rathgeber war im Zweikampf mit Mario Walker zu Fall gekommen. „Den hat er gewollt, das hat er clever gemacht“, sagte Grelics zum Zustandekommen des Elfmeters, den der Gefoulte selbst zum 2:1 für Kempten verwandelte.

„Wir hatten trotzdem in der Kabine gute Stimmung“, gab der TuS-Coach Einblick in die Halbzeitpause. „Wir haben nie aufgehört, dran zu glauben, dass hier was geht.“ Und das umso mehr, als zehn Minuten nach Wiederbeginn der Ausgleich fiel. Ivkovic nahm nach einem Zuspiel in die Spitze Fahrt auf und trat den Ball aus 14 Metern abgebrüht flach ins rechte Eck. Wenig später schloss Jean Monty Mendama eine schöne Kombination über Ludwig Buchmair und Johannes Bahnmüller mit einem feinen Schlenzer ab, der jedoch am Pfosten landete. Der eingewechselte Plator Doqaj kam nach einem perfekten Zuspiel von Ivkovic einen Schritt zu spät gegen FC-Torhüter Elias Bodenmüller. Der Kemptener Spielfluss aus dem ersten Durchgang war inzwischen dahin – Torchancen für die Gäste resultierten nur noch aus Standards, so bei einem Freistoß von FC-Kapitän Simon Kolb (65.), der Kai Fritz jedoch kein Problem bereitete. „Sie haben in der zweiten Halbzeit viel zu viele Fehler gemacht und uns zum Umschaltspiel eingeladen“, sagt Grelics. Daraus resultierten einige Eckbälle, wie jener in der 82. Minute: Buchmair trat den Ball von der linken Seite vors Tor, Ivkovic verlängert auf Herberth, der mit wuchtigem Kopfstoß den 3:2-Siegtreffer erzielte. „Wir haben uns zwei Mal nach Rückstand zurückgekämpft“ freute sich Martin Grelics. „Die Mannschaft hat eine riesen Moral gezeigt, viel besser als vergangenen Woche in Bad Heilbrunn. Deshalb ist der Sieg insgesamt verdient.“

TuS Geretsried – FC Kempten 3:2 (1:2)

Tore: 0:1 (7.) Rathgeber, 1:1 (13. Herberth),1:2 (30./FE) Rathgeber, 2:2 (55.) Ivkovic, 3:2 (82.) Herberth. – Schiedsrichter: Pantelis Gitopoulos (FC Bayern München). – Gelb-rot: Jörg (90.+3, Kempten). – Zuschauer: 120.

TuS: Fritz – L. Kellner, Bahnmüller, Buchmair, Topic, Fister, Herberth, Ivkovic, Ramaj (45. Doqaj), Mendama (88. Reitel).

Vorbericht

Geretsried – Frust und Freude halten sich bei Martin Grelics derzeit die Waage. Freude bereitet dem Trainer des TuS Geretsried die Tatsache, dass Benjamin Fister und Srdan Ivkovic für das Heimspiel an diesem Samstag (15 Uhr) gegen den FC Kempten in die Mannschaft zurückkehren. Fister, zuletzt wegen einer Sprunggelenkverletzung zum Zuschauen gezwungen, sei „defensiv natürlich eine Wucht“, meint Grelics. „Und mit Ivkovic haben wir vorne mehr Durchschlagskraft.“ Daran hatte es beim glücklichen 1:1 am vergangenen Wochenende in Bad Heilbrunn am meisten gehapert: „Da waren wir offensiv sehr, sehr harmlos.“
Mit den zwei Rückkehrern hat es sich dann aber auch mit den positiven Nachrichten aus der Personalabteilung. Denn dagegen stehen mehr als ein halbes Dutzend Ausfälle auf Grelic’ Liste. Aus der Elf, die in Bad Heilbrunn auflief, muss er gleich drei Akteure streichen: Sebastian Rosina und Niko Karpouzidis fehlen aus privaten Gründen. Robin Renger ist bei seinem Arbeitgeber unabkömmlich. Claudio Sevkovic ist krank und eine hartnäckige Erkältung setzt zudem Tasso Karpouzidis weiter außer Gefecht. Sebastian Schrills habe sich, weil seine Verletzung nicht besser werde, bereits in die Winterpause verabschiedet. Gleiches gilt für Roman Rauscheder: Dessen Verletzung, die er sich bereits am 28. September gegen Neuburg zugezogen hatte, stellte sich im Nachhinein als Wadenbeinbruch heraus. Die teilweise langwierigen Verletzungen sind ärgerlich, aber hinnehmbar, weil nicht zu ändern. Hörbar genervt reagiert der Coach auf die häufigen privat begründeten – sprich: meist wegen Urlaubs erfolgten – Absagen. „Ich kann es nicht nachvollziehen“, macht Grelics aus seinem Unmut kein Geheimnis. „Das ist auch eine Sache von Eigenverantwortung, ob man etwas erreichen will oder nicht. Ich bin der Meinung, dass mit der Mannschaft mehr möglich wäre, wenn mehr Konstanz da wäre. Aber wenn die Motivation fehlt, dann steht man eben da, wo wir stehen“, kritisiert der Trainer die ständig notwendigen Änderungen in der Aufstellung. „Bei uns ist das ganz extrem, und das durchgehend“, ärgert sich Grelics. „Das muss man schon mal kritisieren dürfen.“
Dennoch sei er zuversichtlich, dass sein Team gegen Kempten Revanche für die 0:1-Niederlage im Hinspiel nehmen wird. Wo die Allgäuer derzeit leistungsmäßig einzuschätzen sei, sei nach den jüngsten Ergebnissen schwer zu sagen. Beim Tabellenzweiten Sonthofen siegte die Elf um Ex-Profi Thomas Rathgeber vor zwei Wochen mit 2:1, gleich darauf setzte es eine 1:2-Niederlage gegen den in Abstiegsnot schwebenden Aufsteiger Jetzendorf. Außer, dass er sich mit dem TuS bis zur Winterpause gerne „im oberen Drittel der Tabelle festbeißen“ möchte, gibt es für den TuS-Coach einen weiteren Grund für einen Sieg gegen den aktuellen Tabellensiebten: „Ich habe jetzt zwei Mal gegen Kempten verloren – das reicht.“
TuS Geretsried : Fritz – L. Kellner, Bahnmüller, Doqai, Fister, Buchmair, Walker, Herberth, Mendama, Ivkovic, Topic, Ramaj, Reitel, Hoppe, S. Untch (ETW)

10.11.2019 – SV Bad Heilbrunn – TUS Geretsried 1:1 (1:0)

Bad Heilbrunn/Geretsried – Alles war bereitet für einen Derby-Sieg. Der SV Bad Heilbrunn rief gegen den favorisierten TuS Geretsried eine extrem starke Leistung ab, laut Trainer Walter Lang „die beste der Saison“, überzeugte mit effektivem Pressing, klugen Diagonalpässen, fast immer bombensicherer Verteidigung und etlichen guten Torchancen. „Vor allem die erste Halbzeit geht klar an den HSV“, räumt selbst der Geretsrieder Trainer Martin Grelics ein. Doch die Punkte teilten sich beide Mannschaften: Benedikt Speckers völlig verdientes Führungstor kurz vor der Pause egalisierte Mario Walker in der Schlussphase zum 1:1-Endstand. „Ein mehr als glückliches Unentschieden, wenn man mehr oder weniger mit dem einzigen Torschuss einen Punkt holt“, räumt der TuS-Trainer ein. „Ich bin stolz auf die Leistung meiner Mannschaft“, sagt der Heilbrunner Coach Walter Lang. „Aber sehr enttäuscht über das Ergebnis.“

Denn sein Team fackelte nicht lange, um die Außenseiterrolle abzustoßen, war von der ersten Minute an hellwach und berannte den von Kai Fritz überwiegend gut bewachten TuS-Kasten. Eine starke Leistung des Keepers war allerdings auch nötig, denn die Gastgeber reihten Torchance an Torchance. Und bereits nach wenigen Minuten war Fritz überwunden, als Sebastian Mertens den Ball per Kopf in die Maschen legte. Der Schiedsrichter entschied jedoch auf abseits – umstritten. Grelics: „Wir haben überhaupt nicht ins Spiel gefunden, das war in allen Belangen zu wenig, seien es Standards, das Umschaltspiel, Heilbrunn war überall besser.“

Geretsried fehlten die Mittel, um dem Tor der Platzherren ernsthaft nahe zu kommen. Grelics: „ Wir waren offensiv zu unkreativ, Heilbrunn hat gut verteidigt.“ Und zeigte mehr Einsatz, war giftiger in den Zweikämpfen – wucherte allerdings mit seinen Möglichkeiten. Anton Krinner köpfte aus guter Position Fritz in die Arme, genau wie kurz darauf Max Schnitzlbaumer aus spitzem Winkel. Krinners ansatzloser Schuss strich knapp am Pfosten vorbei, auch für Max Specker, der sich an der Strafraumkante den Ball von Fritz schnappte, war der Winkel zu spitz. Auch ein Geretsrieder Treffer fand keine Anerkennung, und die Heilbrunner Führung war völlig verdient. Nachdem Benedikt Specker einen Freistoß noch knapp drübergeschossen hatte, stand er nach dem Schuss aus der Drehung seines Bruders Max goldrichtig. Er staubte zum 1:0 ab, als Fritz die Kugel nicht festhielt.

Die Dominanz des Außenseiters hielt auch nach dem Wechsel an – aber auch das knappe Ergebnis. Anton Pappritz und Max Schnitzlbaumer legten zu wenig Dampf in ihre Schüsse aus guter Position, bei gefährlichen Angriffen fand der letzte Pass zuweilen keinen Abnehmer. Der hoch motivierte Anton Krinner, der nach einer gelben Karte mit einer zweiten kurz vor Schluss vom Platz musste, bekam keinen Elfmeter zugesprochen, als er im TuS-Strafraum zu Fall kam. „Eine 50:50-Entscheidung“, meint Lang. „Ein Kontakt war bestimmt da.“

Aber: Die Entscheidung hätte zuvor fallen sollen. „Wir haben Geretsried an den Rand einer Niederlage gebracht, waren besser – bis auf vielleicht fünf Minuten“, sagt der Heilbrunner Coach. Eigentlich war es nur ein Konter, aber den nutzten die Gäste. Einmal nicht richtig zum Ball gestanden, einmal den Querpass nicht abgefangen, und schon hatte Mario Walker Christoph Hüttl zum 1:1 überwunden. „Das zeichnet eine clevere Mannschaft wie Geretsried aus“, sagt Lang. „Den Punkt nehmen wir gerne mit, aber eine gute Leistung war das nicht“, sagt Grelics.

Dass sie es besser können, zeigten die Gäste in den Schlussminuten, als sie doch noch einmal mächtig Druck aufbauten. Eine Niederlage ließen die Heilbrunner aber nicht mehr zu. Die Enttäuschung über zwei vergebene Punkte war groß genug.

SV Bad Heilbrunn – TuS Geretsried 1:1 (1:0)

Tore: 1:0 (43.) B. Specker, 1:1 (75.) Walker, Gelb-Rot: Krinner (91./SV Bad Heilbrunn). – Schiedsrichter: Carman (Hollenbach), – Zuschauer: 350.

SV Bad Heilbrunn: Hüttl – Fl. Schnitzlbaumer, Mertens, Pföderl, Petzold, – Pappritz, A. Specker, – Krinner, M. Specker (82. Schmöller), M. Schnitzlbaumer (89. Klaar), – B. Specker (63. Forster).

TuS Geretsried: Fritz – Kellner, Rosina, Herberth, Renger, Karpouzidis, Buchmair, Doqaj (58. Reitel), Walker, Mendama, Bahnmüller.

Vorbericht

Bad Heilbrunn/Geretsried – Ein wahres Torfestival war das erste Landesliga-Landkreisderby zwischen dem TuS Geretsried und dem SV Bad Heilbrunn. Die Heilbrunner, Neuling in der Liga, ließen sich trotz anfänglicher Probleme auch durch einen 0:3-Rückstand nicht ins Bockshorn jagen. Nach 90 spannenden und unterhaltsamen Minuten waren die Hausherren froh, den hauchdünnen 4:3-Sieg im mit 450 Zuschauern gesäumten Isarau-Stadion über die Zeit gebracht zu haben. „Das war unser zweites Spiel nach dem Aufstieg“, blickt der Heilbrunner Kapitän Sebastian Mertens zurück, „da waren wir vom Thema Landesliga noch sehr beeindruckt.“

Wie sehr, das zeigte sich in der folgenden Durststrecke und Lernphase: Die Elf von Walter Lang kassierte sieben Niederlagen am Stück mit teils recht heftigen Klatschen. „Viele haben da die Heilbrunner schon abgeschrieben“, meint TuS-Trainer Martin Grelics, „aber ich nicht.“ Inzwischen hat sich der Neuling gefangen. In den zurückliegenden acht Begegnungen gab es nur noch zwei Niederlagen. Der HSV ist also im Aufwind vor dem zweiten Derby gegen den TuS Geretsried – am Sonntag (14.15 Uhr) im Naturheilmittel-Stadion.

„Dafür sind wir motiviert und gerüstet“, stellt Mertens klar, der nach überstandener Grippe wieder fit ist. „Erst recht mit dem 3:0 gegen Jetzendorf im Rücken.“ Die Favoritenrolle ist dennoch klar für die Geretsrieder reserviert, die nach dem 5:0-Sieg gegen Illertissen II in der Tabelle so gut dastehen wie noch nie in dieser Saison – auf Platz fünf. „Der TuS ist keiner der Klubs, gegen die wir zwingend gewinnen müssen“, stellt Mertens klar, „aber auch als Außenseiter nehmen wir jeden Punkt gerne mit.“ Jedenfalls dürfen sich die Gäste auf einen harten Fight einstellen. „Schönspielerei“, so Mertens, „wird’s definitiv nicht geben, dafür 90 Minuten Kampf.“

Gelassen haben die Heilbrunner die Nachricht aufgenommen, dass der Geretsrieder Goalgetter – dreifacher Torschütze gegen Illertissen – am Sonntag privat verhindert ist. „Wer einen Srdan Ivkovic im Team hat, ist immer ein bisschen im Vorteil“, sagt Mertens, „aber der Ivo hätte an unserem Spiel ohnehin nichts geändert. Außerdem hat der TuS genügend Klasse im Kader, um den Ausfall zu kompensieren.“

Doch der Kroate ist nicht der einzige Ausfall, den Trainer Grelics verkraften muss. Sebastian Schrills (Sprunggelenk) und der angeschlagene Verteidiger Benjamin Fister müssen pausieren. Dessen Ersatzmann im Illertissen-Spiel, Florian Kellner, hat es ungleich schwerer erwischt: Mit einem Kreuzbandriss ist die Saison für den 18-Jährigen gelaufen. Mit einer weiteren Hiobsbotschaft wartete Roman Rauscheder auf: Die Verletzung, an der er seit sechs Wochen laboriert, hat sich als Wadenbeinbruch herausgestellt. Im Angriff sieht es nicht viel besser aus: „Irgendwie bricht mir die Offensiv-Power weg“, klagt Grelics. Ein Lichtblick: Johannes Bahnmüller kehrt ins Team zurück. Er und Jean Monty Mendama sollen es in der Offensive richten.

Walter Lang hat mit seiner Aufstellung weit weniger Probleme. Kapitan Sebastian Mertens ist nach überstandener Krankheit wieder fit; ob er den angestammten Innerverteidigerposten vom Anpfiff weg wieder innehat, wird kurzfristig entschieden. In der Offensive hat sich der Heilbrunner Trainer zuletzt eine gewinnbringende Option überlegt: Toni Krinner überzeugte gegen Jetzendorf im Sturm und erzielte das 1:0. Den Wirbelwind haben die Geretsrieder aus dem Hinspiel ohnehin in schlechter Erinnerung: Krinner war mit einem Elfmeter und mit dem 3:4-Anschluss kurz vor dem Schlusspfiff erfolgreich.

SV Bad Heilbrunn

Hüttl – Forster, Mertens, Pföderl, Fl. Schnitzlbaumer – A. Specker, Pappritz, – B. Specker, M. Specker, M. Schnitzlbaumer – Krinner – Petzold, Klaar, Schmöller, Essendorfer, Haberl, Mügler.

TuS Geretsried

Fritz – Herberth, L. Kellner, Buchmair, Rosina – Renger, A. Karpouzidis, Doqaj, Walker – Bahnmüller, Mendama – N. Karpouzidis, Topic, Ramaj, Reitel, Sevkovic, Günaydin (ETW).

02.11.2019 – TUS Geretsried – FV Illertissen II 5:0 (3:0)

Der zweite Heimsieg in Folge, zum zweiten Mal zu Null, und dazu mit einem sehr disziplinierten Auftritt: Es gab für Martin Grelics nichts zu meckern nach dem 5:0-Sieg seines TuS Geretsried gegen die Reserve des FV Illertissen. Einziger Wermutstropfen eines ansonsten rundum gelungenen Fußball-Nachmittags: Florian Kellner zog sich eine schwere Knieverletzung zu. Keine zehn Minuten nach seiner Einwechslung – er kam nach einer Viertelstunde für den ebenfalls angeschlagenen Benjamin Fister – war das Spiel für ihn bereits wieder beendet.

Das Pech des Youngsters war das Glück von Srdan Ivkovic. Der Torjäger hatte zunächst auf der Ersatzbank Platz nehmen müssen. „Er hat letzte Woche nicht trainiert. Und bei uns gibt es die Regel: Wer nicht trainiert, spielt nicht“, begründete Grelics seine Entscheidung. Wohlwissend, dass das bei einem Spieler mit Ivkovics Vollstreckerqualitäten „auch mal daneben gehen kann“. Das tat es dieses Mal nicht. Mit drei Treffern in den verbleibenden knapp 70 Minuten erledigte der Kroate die Regionalligareserve fast im Alleingang.

Schon früh waren die Gastgeber in Führung gegangen: Taso Karpouzidis hatte aus 16 Metern einfach mal draufgehalten, Jean Monty Mendama hielt passend den Fuß hin – 1:0. Wenig später bot sich den Gästen die Gelegenheit zum Ausgleich: Doch den Freistoß von Tim Bergmiller lenkte TuS-Torhüter Kai Fritz zur Ecke. Dann kam Ivkovic. Gerade zwei Minuten auf dem Platz nutzte der Goalgetter einen Fehler in der Illertissener Hintermannschaft und trat das Spielgerät zum 2:0 ins lange Eck. Auf der Gegenseite vertändelte Sebastian Rosina den Ball gegen FV-Angreifer Maximilian Vihl, der aus dem Geschenk jedoch kein Kapital schlagen konnte. Mit dessen schwachen Abschluss hatte Fritz keine Mühe. „So schlecht gespielt haben wir nicht, aber sehr schlecht verteidigt“, ärgerte sich Gästetrainer Markus Schaich, dem nach eigenem Bekunden die komplette Abwehr fehlte. „Wir haben auch unsere Chancen gehabt, aber dann wieder unmögliche Tore kassiert.“

Wie den Treffer zum 3:0, der aus einem unnötigen Freistoß – Ivkovic war 20 Meter vor dem Tor gefoult worden – resultierte: Ludwig Buchmair jagte den Ball mit brachialer Gewalt schnurgerade in den Winkel. Als Ivkovic zehn Minuten nach der Pause auf 4:0 erhöhte, war die Partie entschieden. „Er hat einen sehr frischen Eindruck gemacht“, freute sich Trainer Grelics über den quirligen Auftritt seines Torgaranten. „Aber es war eine deutliche Steigerung bei allen.“ Ivkovic scheiterte in der Folgezeit bei drei weiteren guten Gelegenheiten an FV-Torhüter Tizian Fendt, ehe er nach Vorarbeit von Buchmair mit seinem dritten Treffer den 5:0-Endstand markierte.

Auch die Gäste hatten weitere Möglichkeiten, doch Yannik Egle traf nur die Latte (66.), kurz darauf klärte Tasso Karpouzidis einen Schuss von Sandro Caravetta kurz vor Linie. Deshalb fiel das Ergebnis „gemessen an unseren Chancen etwas zu hoch aus“, wie FV-Coach Schaich treffend anmerkte. „Wir waren sehr offensiv ausgerichtet. Wir hatten einen Plan im Kopf, den wir auch auf den Platz gebracht haben. Es tut gut, mal ein Spiel so deutlich zu entscheiden“, fasste Grelics die Partie zusammen.

TuS Geretsried – FV Illertissen 5:0 (3:0)

Tore: 1:0 (6.) Mendama, 2:0 (25.) Ivkovic, 3:0 (34.) Buchmair, 4:0, 5:0 (54., 70.) Ivkovic. – Schiedsrichter: Michael Krug (SB Versbach). – Zuschauer: 100.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, L. Kellner, T. Karpouzidis, Doqaj, Renger, Buchmair, Fister (15., Kellner, 23., Ivkovic), Walker, Herberth, Mendama.

Vorbericht

Der 13. Juli war für Martin Grelics ein Tag, wie Trainer ihn lieben. „Da habe ich ein gutes Spiel von beiden Mannschaften gesehen“, erinnert sich der Geretsrieder Coach an den Saisonauftakt beim FV Illertissen II, der mit einem 1:0-Sieg für den TuS Geretsried endete. Beim Stand von 0:0 schickte der Trainer in der 86. Minute Plator Doqaj aufs Feld, der vier Minuten später den spielentscheidenden Treffer erzielte. „Das war ein toller Auftakt“, so Grelics.

In der Folgezeit kletterte die Regionalligareserve bis auf den dritten Platz der Tabelle, während der TuS sich zwischenzeitlich auf Rang zwölf wiederfand. „Der August hat uns arg gebeutelt“, stellt der Coach beim Blick auf die Hinrundenbilanz fest. In fünf Spielen gelang lediglich ein Sieg (3:1 gegen Ehekirchen). „Das hat uns punktemäßig wehgetan.“ Neun Zähler ließ seine Mannschaft liegen, wobei besonders die Remis’ gegen die abstiegsbedrohten Teams aus Jetzendorf und Kaufbeuren schmerzten. „Schade, sonst könnten wir deutlich besser dastehen“, stellt Grelics fest. Letztlich sei der aktuelle Punktestand jedoch verdient.

Dennoch misst er dem Rückspiel gegen Illertissen große Bedeutung bei. „Jetzt wird die Weiche gestellt, wie die Saison weiter verlaufen wird“, betont der TuS-Coach. Dessen Team hat den Gegner in der Tabelle inzwischen wieder überholt. Was für die Gastgeber der August war, war für Illertissen der Oktober – nämlich alles andere als golden. Das 1:1 beim TSV Jetzendorf am vergangenen Wochenende war der erste Punktgewinn für das Team von Trainer Markus Schaich nach vier Niederlagen am Stück. „Sie sind derzeit in einem negativen Strudel. Und der soll auch noch ein Spiel anhalten“, hofft Grelics auf einen ebenso erfreulichen Ausgang, wie im Hinspiel. Wohlwissend, dass die aktuelle Situation beim Gegner vermutlich nur eine Momentaufnahme ist.

„Die Mannschaft ist nicht leicht zu spielen“, sagt der TuS-Trainer, der besonders vor FV-Kapitän Dominik Trautmann warnt. Mit 15 Treffern hat der Führende der Torschützenliste der Landesliga Südwest fast die Hälfte aller 33 Illertissener Tore erzielt. Um sich in der Tabelle weiter zu verbessern, sei es jedoch erforderlich, dass sein Team ein deutlich besseres „Gesamtkonstrukt“ anbiete als zuletzt beim schmeichelhaften 2:0-Sieg gegen den SC Ichenhausen. „Ich erwarte ein völlig anderes Spiel“, so Grelics. Schon allein, weil die Partie gegen die Regionalligareserve auf dem Kunstrasen stattfindet, nachdem man dort diese Woche auch trainieren musste. „Der Platz ist enger, man ist näher an den Toren, da entwickelt sich automatisch eine andere Dynamik. Das hat uns letzte Woche im Spiel nach vorn gefehlt.“ Verzichten muss der TuS weiterhin auf die verletzten Roman Rauscheder und Sebastian Schrills sowie Johannes Bahnmüller. Dafür kehren Niko Karpouzidis und Sebastian Rosina in den Kader zurück.

TuS Geretsried: Fritz – Doqaj, Renger, Buchmair, Topic, Fister, Walker, Herberth, Ivkovic, Mendama, L. Kellner, T. Karpouzidis, N. Karpouzidis, F. Kellner, Reitel, Ramaj, Rosina.

26.10.2019 – TUS Geretsried – SC Ichenhausen 2:0 (1:0)

Schön ist was anderes. Daraus machte auch Martin Grelics keinen Hehl. „Es war kein gutes Spiel“, fasste der Geretsrieder Coach das zerfahrene Gekicke seiner Elf in der letzten Hinrunden-Partie gegen den SC Ichenhausen zusammen, an deren Ende dennoch ein 2:0 (1:0)-Heimsieg stand. Und das Eingeständnis des Trainers: „Heute haben wir vielleicht am unverdientesten zu Null gespielt.“ Die Einschätzung unterschrieb sein Kollege auf der Ichenhausener Bank sofort. „Die wissen doch selber nicht, warum sie das Spiel gewonnen haben“, stellte Oliver Unsöld fest. „Ich sehe meine Mannschaft heute als die klar bessere.“

Tatsächlich hatten die Gäste über weite Strecken mehr Spielanteile – und mehr torgefährliche Szenen. Die erste bereits nach vier Minuten, als Yannick Maurer frei vor TuS-Torhüter Kai Fritz auftauchte, weil die Geretsrieder Verteidiger den Stürmer im Abseits wähnten. Maurer verpasste das Ziel um wenige Zentimeter. Glück gehabt. Kurz darauf platzierte Maximilian Ocker einen Kopfball deutlich über die Latte. Im Gegenzug trat Srdan Ivkovic, bedrängt von einem Abwehrspieler, den Ball über den Kasten. Viel mehr gelang beiden Mannschaften im ersten Durchgang nicht. „Wir waren lange Zeit überhaupt nicht im Spiel“, konstatierte Grelics, der „extrem viele Umschaltaktionen“ gesehen hatte. Allerdings ohne, dass einer der beiden Kontrahenten daraus hätte Kapital schlagen können. Was nichts anderes heißt, als: Das Angriffsspiel war bei beiden Teams der Schwachpunkt. Eine der wenigen gelungenen Offensivaktionen der Gastgeber bescherte in der 24. Minute die etwas unverhoffte 1:0-Führung. Rechtsverteidiger David Topic schlug von der Außenbahn eine Flanke in den Ichenhausener Strafraum, wo Ivkovic – dieses Mal völlig unbedrängt – seinen Schädel in die Flugbahn hielt und selbst etwas überrascht wirkte, als der Ball vom Innenpfosten ins Tor sprang.

Die zweite Halbzeit begann, wie die erste geendet hatte, mit weitgehend uninspiriertem Hin und Her zwischen den Strafräumen. Das wurde nach einer guten Stunde durch den Pfiff des jungen Unparteiischen unterbrochen: Der erst fünf Minuten zuvor eingewechselte Tasso Karpouzidis war im Gerangel mit Innenverteidiger Waldemar Schaab im Strafraum zu Boden gegangen. Gegen lautstarke Proteste der gegnerischen Spieler, die die Aktion „genau andersrum“ gesehen hatten, deutete Schiedsrichter Andreas Egner unmissverständlich auf den Punkt. Ivkovic verwandelte den Elfmeter sicher gegen Torhüter Liridon Rrecaj, der sich anschließend wütend eine gelbe Karte abholte.

„In der zweiten Halbzeit haben wir es ordentlich runtergespielt“, fand TuS-Coach Grelics eine positive Umschreibung für den Auftritt seiner Elf. Oliver Unsöld ereiferte sich über die seiner Meinung nach Voreingenommenheit des Schiedsrichtergespanns. „Gegen 14 Gegner kannst du nicht gewinnen“, schimpfte der SC-Trainer, räumte jedoch ein, dass die durchaus vermeidbare Niederlage dem Trio in kanariengelb nicht anzulasten war: „Da müssen wir uns schon an die eigene Nase fassen.“

TuS Geretsried –  SC Ichenhausen 2:0 (1:0)

Tore: 1:0 (24.) Ivkovic, 2:0 (65./FE) Ivkovic. – Schiedsrichter: Andreas Egner (TSV Bodenmais). – Rote Karte: Kustermann (85./SCI wegen Beleidigung).

TuS: Fritz – Bahnmüller, Doqaj (60. T. Karpouzidis), Renger (60., L. Kellner), Buchmair (77. Reitel), Topic, Fister, Walker, Herberth, Ivkovic, Mendama.

Vorbericht

Für Fans von Sportwetten ist ein Fußballspiel wie dieses eine echte Herausforderung. Denn das Resultat exakt vorherzusagen ist bei dieser Konstellation ein schwieriges Unterfangen. Ebenso könnte man Wetten darauf abschließen, wie viele Akteure beim Schlusspfiff noch auf dem Platz stehen, denn wie Gastgeber TuS Geretsried (Samstag, 15 Uhr, Isarau-Stadion) kassierte auch der SC Ichenhausen bereits etliche gelb-rote Karten.

Die Kartenflut vermittelt ein falsches Bild von der spielerischen Qualität beider Kontrahenten. Denn auch das Team aus dem Landkreis Günzburg lege Wert auf einen „strukturellen Spielaufbau“, wie Martin Grelics bei seinem Videostudium festgestellt hat. „Häufig hatten sie etwas Pech, deshalb sind sie zwischendurch in einen Negativstrudel geraten“, so der Geretsrieder Trainer. Letztlich fehle es an einer gewissen Konstanz. Das trifft jedoch genauso auf sein eigenes Team zu, weshalb er „einen ähnlichen Verlauf wie bei uns“ erkenne. Grundsätzlich erwarte er ein Spiel auf Augenhöhe. „Beide Mannschaften wollen Fußball spielen und das Spiel bestimmen“, sagt Grelics. „Aber das liegt uns, wenn der Gegner mitspielt.“

Was die Wett-Tendenz angeht, können die Gäste womöglich einen leichten psychologischen Vorteil mit in die Partie bringen. Nach zuvor vier sieglosen Spielen feierte die Elf von Trainer Oliver Unsöld am vergangenen Wochenende einen 3:1-Sieg gegen den TSV Jetzendorf. Genau anders herum verlief die Kurve beim TuS, der sich nach zehn Punkten aus vier Spielen beim VfB Durach eine 3:4-Niederlage einfing. „Ich hoffe, dass das ein einmaliger Ausrutscher war“, sagt Grelics, der seiner Mannschaft attestierte, „70 Minuten überzeugend“ aufgetreten zu sein. In Folge des Duracher Ausgleichstreffers in der 31. Minute seien seine Spieler jedoch womöglich kurzzeitig in ihrer Entscheidungsfähigkeit etwas überfordert gewesen. „Wir haben entschieden, nicht schnell zur Normalität zurückzufinden, sondern unterirdisch zu spielen“, ärgert sich der TuS-Coach über die im Nachhinein entscheidenden zehn Minuten vor der Pause, als man den VfB auf 3:1 davon ziehen ließ.

Größtes Manko im bisherigen Saisonverlauf ist die hohe Zahl an Gegentoren. „30 Treffer in 16 Partien sind sicher zu viel – das müssen wir uns ankreiden“, stimmt Grelics zu. Die meisten Tore seien aufgrund „zu vieler individueller Fehler und zu vieler falscher Entscheidungen“ – nicht nur in der Abwehr, sondern in allen Mannschaftsteilen – entstanden. „Da müssen wir uns auf jeder Position verbessern“, sagt der Trainer.

Verzichten muss der TuS weiterhin auf die verletzten Sebastian Schrills und Roman Rauscheder. Ergänzt wird die Liste der Absenzen durch Sebastian Rosina (Oberschenkelzerrung) und Niko Karpouzidis (Urlaub).

TuS Geretsried: Fritz – Ch. Herberth, Fister, Buchmair, Topic, Renger, Bahnmüller, Walter, Ivkovic, Doqaj, Reitel, Mendama, F. Kellner, L. Kellner, T. Karpouzidis, Ramaj.

Schiedsrichter: Egner (Bodenmais)

18.10.2019 – VFB Durach – TUS Geretsried 4:3 (3:1)

Martin Grelics musste nach dem Schlusspfiff tief durchschnaufen. „Wir haben uns selbst um den Lohn gebracht“, haderte der Trainer des TuS Geretsried nach der 3:4 (1:3)-Niederlage am gestrigen Freitagabend beim VfB Durach. Ausschlaggebend sei die Phase zwischen der 30. und 45. Minute gewesen, als sich die Gäste einen „kollektiven Tiefschlaf“ (Grelics) leisteten. Dominik Portsidis nutzte die Chance, um gleich mit einem Hattrick zwischen der 31. und 41. Minute die frühe TuS-Führung durch Sebastian Rosina (19.) in ein 3:1 für die Hausherren umzudrehen.

Allerdings musste der Coach seinen Schützlingen nach der Pause Respekt zollen. „Die Moral war großartig und wir sind dafür auch belohnt worden“, berichtete Grelics. Zuerst brachte Srdan Ivkovic die Geretsrieder auf 2:3 heran (48.), dann erzielte Plator Doqaj (71.) auch noch den 3:3-Ausgleich. Und das, obwohl Kapitän Christoph Herberth kurz zuvor mit der Ampelkarte zum Duschen geschickt worden war. Die Unterzahl machte sich dann in der Schlussphase kräftemäßig bemerkbar. Während Ivkovic nur den Pfosten traf, erzielte Timo Hössl sechs Minuten vor dem Ende aus 30 Metern den umjubelten Siegtreffer für die Allgäuer.  tw

VfB Durach – TuS Geretsried

Tore: 0:1 (19.) Rosina, 1:1, 2:1, 3:1 (31./38./41.) Portsidis, 3:2 (48.) Ivkovic, 3:3 (71.) Doqaj, 4:3 (84.) Hössl. – Gelb-rot: (60./TuS) Herberth. – Zuschauer: 320.

Vorbericht

Geretsried – Nach dem Aufreger zu Wochenbeginn um Trainer Martin Grelics (wir berichteten) ist man bei den Fußballern des TuS Geretsried bemüht, „sich wieder aufs Sportliche zu konzentrieren“. Da kommt es nicht ungelegen, dass das Spiel beim VfB Durach um einen Tag auf den heutigen Freitag (20 Uhr) vorgezogen wurde. „Wir haben einen kleinen Lauf, den wollen wir fortsetzen“, betont der Coach nach drei Siegen und einem Unentschieden in den letzten vier Partien.

Mit den Erfolgen steigt das Selbstbewusstsein, und das nicht nur bei den Spielern. „Ich gehe davon aus, dass wir dominant auftreten“, sagt Grelics und nimmt sein Team nach dem jüngsten 2:1-Sieg gegen Gilching auch in Durach in die Pflicht: „Es wäre wichtig, da was zu holen.“ Und die guten Leistungen auch mal gegen „Gegner von unten“ zu bestätigen. Der Blick auf die Tabelle suggeriert ein eher leichtes Spiel. Mit zwölf Punkten aus 15 Spielen rangiert der Aufsteiger auf dem vorletzten Platz. „Auch das kommt nicht von ungefähr“, mutmaßt der TuS-Trainer. Allerdings zeigte die Leistungskurve der Gastgeber zuletzt nach oben. Mit dem 1:0-Erfolg beim Mitaufsteiger TSV Jetzendorf feierten die Oberallgäuer den ersten Dreier nach vier sieglosen Partien zuvor. Allerdings mahnen auch die meist knappen Ergebnisse gegen Spitzenteams der Liga den TuS zur Vorsicht. So hielt das Team von Trainer Sebastian Hübner beispielsweise beim Tabellenzweiten Sonthofen bis zur 60. Minute einen 1:0-Vorsprung, ehe es sich in der Schlussphase mit 1:2 geschlagen geben musste. „Das war auch an einem Freitagabend“, stellt Grelics fest. „Deshalb sind wir erst mal nur auf dem Papier im Vorteil.“

Vor allem das latente Unvermögen seiner eigenen Akteure in Sachen „Chancenverwertung“ sorgt immer wieder mal für angespannte Nerven. „Das verfolgt uns leider schon die ganze Saison. Das kann man auch besser machen“, sagt der 33-Jährige, der befürchtet: „Mit einem Tor Unterschied den Platz zu verlassen, wird nicht immer gut gehen.“

Womöglich kann Sebastian Schrills in naher Zukunft ein wenig fürs Geretsrieder Torverhältnis tun, denn der Angreifer sitzt in Durach nach fünfwöchiger Pause erstmals wieder auf der Bank. Dort wird auch Robin Renger nach seiner Rückkehr aus dem Urlaub Platz nehmen. Dafür fallen Tasso Karpouzidis, Florian Kellner und Gabriel Ramaj aus – das Trio ist grippegeplagt. Weiterhin nicht einsatzfähig ist zudem Verteidiger Roman Rauscheder. Große Wechsel werde es in der Startelf jedoch voraussichtlich nicht geben. Grelics: „Bis auf die Chancenverwertung fand ich das Spiel gegen Gilching gut. Deshalb gibt es keinen Grund, personell etwas zu ändern.“

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, N. Karpouzidis, L. Kellner, Bahnmüller, Doqaj, Buchmair, Fister, Herberth, Ivkovic, Walker, Topich, Mendama, Reitel, Renger, Schrills, S. Untch.

12.10.2019 – TUS Geretsried – TSV Gilching-Argelsried 2:1 (2:1)

Geretsried – Ein frühes Tor hatte er sich gewünscht. Und eine vollzählige Elf beim Abpfiff. Der erste Wunsch wurde Martin Grelics beim 2:1 (2:1)-Heimsieg des TuS Geretsried gegen den TSV Gilching-Argelsried prompt erfüllt. Bis sein Team mal wieder ohne Platzverweis auskommt, muss er sich jedoch weiter gedulden. „Aber wenigstens haben wir das Spiel in Gleichzahl beendet“, merkte der Geretsrieder Coach mit spitzbübischem Schmunzeln an.

Denn als Srdan Ivkovic in der 86. Minute nach wiederholtem Foulspiel von Schiedsrichter Patrick Url mit der gelb-roten Karte bestraft wurde, hatten die Gäste bereits eine Viertelstunde lang einen Akteur weniger auf dem Feld – auf Höhe der Mittellinie hatte Christoph Meißner Niko Karpouzidis mit beiden Beinen voraus am Spielaufbau gehindert. So blieb der Feldverweis dieses Mal, anders als eine Woche zuvor, folgenlos.

Dass der TuS dennoch bis zum Schlusspfiff zittern musste, ehe der vierte Heimsieg unter Dach und Fach war, lag einzig und allein an einer beinahe schlampigen Chancenverwertung. „Es waren genug Gelegenheiten da, um es ein bisschen ruhiger zu gestalten“, fasste Grelics die latente Abschlussschwäche in Worte.

Dabei hatte die Partie grandios begonnen. Kaum drei Minuten waren gespielt, als ein Zuspiel von der linken Angriffsseite im Zentrum Plator Doqaj als dankbaren Abnehmer fand. „Die frühe Führung hat uns natürlich in die Karten gespielt“, so der Coach, der seinem Team aggressives „Angriffspressing“ verordnet hatte. In der zwölften Minute mussten die Gastgeber einmal kurz durchschnaufen, als Gilchings Nick Schnöller aus der Drehung knapp am Tor vorbeizielte. Ansonsten spielte sich das Geschehen weit vor dem Kasten von Kai Fritz ab. Der TuS-Keeper bekam in 90 Minuten nur einen Schuss aufs Tor – aber der war drin: In der 17. Minute drosch Marvin Fauth den Ball aus knapp 16 Metern humorlos ins lange Eck. Die Anwort ließ nicht lange auf sich warten. Nach Vorarbeit von Sebastian Rosina brachte Ivkovic die Hausherren noch vor der Pause erneut in Führung.

Nach dem Seitenwechsel häuften sich die Gelegenheiten für den TuS. In der 57. Minute zielte Doqaj aus zehn Metern freistehend genau auf TSV-Torhüter Felix Ruml. Zehn Minuten später entschied der Keeper das nächste Duell für sich. Als Doqaj Ruml beim nächsten Versuch endlich überwunden hatte, verhinderte das lange Bein eines Abwehrspielers einen Torerfolg. In der 79. Minute scheiterte Ivkovic an Ruml, der im Eins-gegen-Eins per Fußabwehr zur Ecke klärte. Kurz vor Schluss wäre der Geretsrieder Chancenwucher beinahe bestraft worden: Nach einem Abwehrfehler musste Keeper Fritz Kopf und Kragen riskieren, um einen Einschlag zu verhindern. „Bis auf diese Situation und das Gegentor haben wir defensiv heute eine gute Leistung abgeliefert“, freute sich Martin Grelics über einen „insgesamt verdienten Sieg“. Das nächste Match findet bereits am Freitag, 18. Oktober, um 20 Uhr beim FC Durach statt.

TuS Geretsried – TSV Gilching 2:1 (2:1)

Tore: 1:0 (3.) Doqaj, 1:1 (37.) Fauth, 2:1 (42.) Ivkovic. – Gelb-rot: Meißner (71./Gilching, Foulspiel), Ivkovic (86./ TuS, Foulspiel). – Schiedsrichter: Patrick Url (FC Thyrnau). – Zuschauer: 150.

TuS: Fritz – Rosina, N. Karpouzidis, L. Kellner, Bahnmüller, Doqaj (83. Reitel), Buchmair, Fister, Herberth, Ivkovic, Ramaj (48. Walker).

Vorbericht

Geretsried – Wenn ein Verteidiger seinen Gegenspieler falsch anläuft oder ein Stürmer aus fünf Metern das leere Tor nicht trifft, bietet jedes Fußball-Lehrbuch reichlich Trainingsformen, um solche Mankos zu beheben. Dem derzeit größten Problem des TuS Geretsried ist mittels Trainingslehre jedoch kaum beizukommen – mangelnde Disziplin. Ein Ziel für das Match an diesem Samstag gegen den TSV Gilching (15 Uhr) sei es, „mit elf Spielern durchzukommen“, sagt Martin Grelics, dessen Team in der Fairnesstabelle einen wenig rühmlichen 17. Platz einnimmt. 45 gelbe, fünf gelb-rote und zwei rote Karten stehen nach 14 Spielen zu Buche. „So eine Bilanz kostet Punkte“, stellt der TuS-Coach nüchtern fest.

Auch die zwei Zähler, die zuletzt beim 1:1 in Garmisch liegen gelassen wurden, gehen in erster Linie zu Lasten eines oft nur als hirnlos einzustufenden Verhaltens, ist sich Grelics sicher. „Wir hätten das Spiel auch zu zehnt gewinnen können, aber zwei Platzverweise sind zuviel“, sagt der Übungsleiter. „Aber sowas ist nicht trainierbar. Da geht es doch nur darum, einfache Regeln zu beachten. Ball wegschießen wird mit Gelb bestraft, da sind die Schiedsrichter sehr kleinlich. Aber das kann man sich leicht merken“, ereifert sich Grelics.

Zudem sorgt sich der Coach vor dem Heimspiel auch um den körperlichen Zustand einiger Spieler. So droht Benjamin Fister wegen eines lädierten Sprunggelenks auszufallen. Ein Fragezeichen steht hinter dem Einsatz von Tasso Karpouzidis, der krankheitsbedingt nicht trainieren konnte. „Bei der Form, die Tasso im Moment hat, würde uns sein Fehlen richtig wehtun“, sagt Grelics. Schmerzlich vermisst wird weiterhin Sebastian Schrills (Sprunggelenk). Das Lazarett komplettieren Roman Rauscheder (Prellung) und Claudio Sevkovic; Robin Renger fehlt aus privaten Gründen. „Das ist nicht ideal“, stellt der Trainer fest. „Aber wir sollten trotzdem in der Lage sein, Gilching zu schlagen.“

Das sei „das klare Ziel“, um den Abstand zum derzeitigen Tabellenelften zu vergrößern. „Oder mindestens den Abstand zu halten“, relativiert Grelics angesichts der „Wahnsinns-Auswärtsbilanz“ der Gäste. Bei acht Besuchen auf fremden Plätzen reiste der TSV nur einmal als Verlierer ab, sammelte mit vier Siegen und drei Unentschieden beeindruckende 15 von insgesamt 19 Punkten. Deshalb wünscht sich Grelics „ein frühes Tor und dass wir diszipliniert durchspielen“. Mit Elf-gegen-elf habe man gute Chancen, sagt der Coach und ergänzt mit leichtem Sarkasmus: „Wir trainieren nicht, wie man mit Neun gegen Elf spielt. Das ist nicht die Grundidee.“

TuS Geretsried: Fritz – Johannes Bahnmüller, Buchmair, Doqaj, Fister (?), Herberth, Ivkovic, T. Karpouzidis (?), N. Karpouzidis, L. Kellner, F. Kellner, Mendama, Ramaj, Reitel, Rosina, Topic, Walker

05.10.2019 – 1. FC Garmisch-Partenkirchen – TUS Geretsried 1:1 (0:1)

Garmisch/Geretsried – Der Spaßfaktor war aus Sicht der Fußballer des TuS Geretsried höchst überschaubar. Eine Stunde lang agierte das Team von Martin Grelics im Landesliga-Duell beim FC Garmisch-Partenkirchen in Unterzahl, die Hälfte der Zeit sogar mit zwei Mann weniger. Dass es trotz dieser Unbilden dennoch zu einem 1:1 (0:1)-Unentschieden reichte, lag gleichermaßen an der konzentrierten Abwehrarbeit der Gäste und dem zumeist planlosen Anrennen der Hausherren. „In erster Linie sind wir selber schuld“, konstatierte Grelics nach Spielschluss.

Disziplin gehört eben zum Fußball dazu. Und an eben dieser scheiterten die Geretsrieder bei ihrem Auftritt unter dem Kramermassiv. Beispiel eins: Die Hinausstellung für Robin Renger. Zwei gelbe Karten innerhalb einer Minute sind keine Seltenheit im Fußball. Meist wird eine Entscheidung gegen sich ungebührlich kommentiert oder dem Spielleiter auf andere Weise despektierlich mitgespielt. Nicht so am Samstag: Renger legte zunächst FC-Kapitän Stefan Durr den Fuß, als der an ihm vorbei lief. Kaum mit der gelben Karte bestraft, streckte der Geretsrieder als Teil der Freistoßmauer den Arm nach oben, um den Schuss von Stefan Lorenz bestmöglich zu blocken – ungeschickt. Als „sehr kleinlich“, geißelte Grelics die stringente Auslegung des Schiedsrichters. Doch hielt sich Felix Brandstätter an das vor dieser Saison angepasste Regelwerk. „Der Ball hätte ja aufs Tor gehen können“, ließ sich der Coach vom Unparteiischen unterrichten.

Rengers Hinausstellung war ohnehin nicht das vordergründige Problem an dieser Partie. Denn der 1.FC wusste mit dem vermeintlichen Vorteil herzlich wenig anzufangen. Die tadellose Staffelung der Geretsrieder nötigte die Platzherren immer wieder zu Rückpässen und Neuaufbau. Zudem lagen die Gäste zu diesem Zeitpunkt bereits in Führung. Benjamin Fister traf per Foulelfmeter zum 1:0, nachdem Srdjan Ivkovic Jean Monty Mendamas Vorlage aufnahm und von Leon Brudy zu Fall gebracht worden war (24.). „Die Führung war verdient“, sah der TuS-Coach seine Eleven leicht im Vorteil. Im zweiten Abschnitt manifestierte sich das Bild. Dem Angriffsversuchen der Werdenfelser fehlte die Substanz. Erst recht, als dann auch noch Mendama mit der Ampelkarte raus musste. Auch beim Offensivmann lag’s primär am Benehmen: Gelb wegen Ballverrückens nach Pfiff gegen ihn, nach einer Stunde dann beim Entlastungsangriff die Hände wider den Gegenspieler ausgefahren.

Offensiv fand der TuS fortan nicht mehr statt, die auferlegten Notwendigkeiten regelte das Team aber im Sinne des Trainers. „Ab der 60 Minute sehr zufrieden“, kommentierte der Coach. Die Angriffsversuche der Garmischer wären „fast leicht zu verteidigen“ gewesen. Der Ausgleich des 1.FC fußte ebenfalls auf einen Strafstoß und ging zu Lasten des Geretsrieder Kapitäns: Christoph Herberth fällte Brudy im Sechzehner. „Zu viel gewollt in diesem Zweikampf“, urteilte Grelics. Durr stellte vom Elfmeterpunkt den 1:1-Endstand her.

1.FC Garmisch – TuS Geretsried 1:1 (0:1)

Tore: 0:1 (24.) Fister (FE.), 1:1 (68.) Durr (FE.). – Gelbe Karten: Brudy, Lorenz (bd. FC); Mendama, Renger, Kellner, Ivkovic (alle TuS). – Gelb-rot: Renger, Mendama (30.,63./beide TuS). – Schiedsrichter: Felix Brandstätter (SV Zamdorf). – Zuschauer: 200.

TuS: Fritz – Roisna, Herberth, Kellner (69. N. Karpouzidis), Buchmair, Fister, Renger, Bahnmüller (82. Ramaj), A. Karpouzidis, Mendama, Ivkovic.

Vorbericht

Geretsried – Martin Grelics hat gute Erinnerungen an Garmisch-Partenkirchen. Das hängt nicht nur mit dem schönen Alpen-Panorama, sondern mit dem 20. April diesen Jahres zusammen: Mit 6:2 gewannen die Geretsrieder Fußballer damals im Stadion am Gröben. „Das war quasi der Klassenerhalt für uns“, meint der TuS-Trainer rückblickend. Die Garmischer dagegen mussten in die Relegation, sicherten sich dann aber souverän den Verbleib in der Landesliga.

Vor dem erneuten Duell der beiden Vereine an diesem Samstag um 15 Uhr sind die Voraussetzungen etwas anders. „Es wird ein Duell auf Augenhöhe“, glaubt Grelics angesichts der 21 Punkte, die die beiden Tabellennachbarn gleichermaßen auf ihrem Konto haben. Die Garmischer sind wie im Vorjahr gut gestartet, gewannen zuletzt beim TSV Jetzendorf (2:1) und holten ein 0:0 gegen den FC Sonthofen. „Sie spielen vor allem in der Defensive mit viel Überzeugung und Zweikampfhärte“, hat der TuS-Coach bei einer Spionagetour festgestellt. In diesem Bereich liegen auch die Stärken der Garmischer, die im Sommer ihre Ausnahmestürmer Maxi Berwein und Franz Fischer verloren haben. Im Kader stehen jedoch eine ganze Reihe von Leuten, die schon in Wolfratshausen oder Geretsried höherklassig am Ball waren – Torwart Stefan Schwinghammer zum Beispiel, Michael Rauch, Florian Scheck und Dominik Schubert. Dass es nicht nur deshalb um die Vorherrschaft im Oberland geht, ist Grelics klar. „Wir wollen dieses Derby gewinnen“, betont der 33-Jährige. Den Schlüssel zum Erfolg sieht er im Umschaltspiel zwischen Defensive und Offensive: „Das wird der entscheidende Faktor sein.“

Seine Zuversicht schöpft er auch aus dem Lauf, den die Geretsrieder momentan haben. Nach den Siegen beim FC Memmingen II (3:1) und daheim gegen den VfR Neuburg (3:2) würde er sich über den erstmaligen dritten Sieg in Folge freuen: „Das wäre ein kleines Etappenziel für uns.“ Allerdings ist dem Übungsleiter klar, dass es in Garmisch nicht leicht werden wird: „Und es ist immer schwieriger, eine gute Leistung zu bestätigen, als eine schlechte wieder gut zu machen.“

Zwei Personalien drücken Grelics aufs Gemüt. So fällt Flügelflitzer Sebastian Schrills weiter wegen einer Sprunggelenksverletzung aus. Fraglich ist auch der Einsatz von Innenverteidiger Roman Rauscheder, der sich gegen Neuburg eine Prellung zugezogen hat. Außerdem werden einige Akteure für das Derby des TuS II gegen die FF Geretsried abgestellt.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, Herberth, Fister, Buchmair, Renger, L Kellner, F. Kellner, Walter, T. Karpouzidis, N. Karpouzidis, Ivkovic, Ramaj, Bahnmüller, Reitel, Mendama, Topic, Günaydin.


28.09.2019 – TUS Geretsried – VFR Neuburg 3:2 (1:1)

er Überraschungscoup ist gelungen: Mit 3:2 (1:1) besiegten die Fußballer des TuS Geretsried den bisherigen Landesliga-Zweiten VfR Neuburg und dominierten vor allem in der zweiten Halbzeit die Partie klar. „Neuburg hat vermutlich heute nicht seinen besten Tag erwischt“, sagte Trainer Martin Grelics. „Aber meine Mannschaft hat trotz des zwischenzeitlichen 0:1-Rückstands konzentriert weiter gearbeitet und ist dafür belohnt worden.“

Zu Beginn bekamen die rund 150 Zuschauern noch einen Eindruck davon, was die Neuburger ausmacht. Denn schon nach vier Minuten nutzten die favorisierten Gäste einen TuS-Fehlpass zu einem blitzschnellen Gegenangriff. Bei den Geretsriedern stimmte die Zuordnung nicht ganz, Fabian Scharbatke legte für Nico Schröttle auf, und der Torjäger traf zum 0:1. Zwar hatte der VfR auch in der Folge noch Möglichkeiten, doch nach und nach nahmen die Hausherren das Heft in die Hand. Einer Einzelleistung von Lukas Kellner hatten sie dann den Ausgleich zu verdanken: Der 21-Jährige ließ zwei Gegenspieler aussteigen, lief quer zum Strafraum und zog aus 20 Metern ab – 1:1 (17.). Fortan spielte sich das Geschehen eher zwischen den beiden Strafräumen ab. Doch nachdem Roman Rauscheder nach einem Zusammenprall mit Neuburgs Keeper verletzt vom Platz musste und durch Johannes Bahnmüller ersetzt wurde (36.), gab es noch zwei Gelegenheiten für den TuS, um in Führung zu gehen: Zuerst traf Taso Karpouzidis nach Vorlage von Robin Renger nur den Außenpfosten, dann spielte Srdan Ivkovic an der Sechzehner-Linie quer, statt selbst draufzuhalten. Dennoch machte es sich bezahlt, dass der Torjäger diesmal eher über den rechten Flügel kam und Karpouzidis die Sturmspitze überließ. „Ivo sollte mehr über Außen kommen, weil er dann mehr Räume hat“, erklärte Martin Grelics. Perfekt umgesetzt wurde des Trainers Konzept nicht einmal eine Minute nach dem Seitenwechsel, als Ivkovic mit einem Schuss ins lange Eck auf 2:1 stellte. Neuburg legte nun einen Zahn zu, doch die TuS-Defensive stand stabil. Vorne wiederum gab es jetzt mehr Platz, wovon erneut Ivkovic nach 58 Minuten profitierte, als er aus 20 Metern den Ball zum 3:1 schön ins lange Kreuzeck zirkelte. Und es ergaben sich auch noch weitere Gelegenheiten für die Hausherren, die Bahnmüller, Kellner, Sebastian Rosina oder Mario Walker aber nicht verwerten konnten. Auf der Gegenseite musste sich TuS-Keeper Kai Fritz nur bei einem Schrägschuss von Schröttle lang machen. Der VfR-Stürmer war es auch, der Sekunden vor dem Schlusspfiff nach einer Ecke noch zum 2:3 abstaubte – Ergebniskosmetik, mehr nicht.

„Für mich ist vor allem erfreulich, dass wir zum zweiten Mal in Folge unser Konzept erfolgreich umgesetzt haben“, stellte TuS-Trainer Grelics abschließend fest, dessen Elf am kommenden Samstag das Derby beim FC Garmisch bestreitet.

TuS Geretsried – VfR Neuburg 3:2 (1:1)

Tore: 0:1 (4.) Schröttle, 1:1 (17.) L. Kellner, 2:1 (46.) Ivkovic, 3:1 (58.) Ivkovic, 3:2 (90.) Schröttle.

– Schiedsrichter: Fabian Härle (Germaringen). – Gelb: /. – Zuschauer: 150.

TuS: Fritz – Rosina, Herberth, Rauscheder (36. Bahnmüller), Buchmair, Fister (75. F. Kellner), L. Kellner (71. N. Karpouzidis), Renger, Walker, Ivkovic, T. Karpouzidis.

Vorbericht

Geretsried – Die Ergebnistipps von Chaka Menelik Ngu’Ewada für die Landesliga Südwest sind nicht gerade überraschend. Auf dem Internetportal „Fußball-vor-Ort“ tippt der Stürmer-Star des SC Olching darauf, dass sein Klub ein 1:1 bei Spitzenreiter Gundelfingen holt. Dem TuS Geretsried traut er gegen den Tabellenzweiten VfR Neuburg allerdings weniger zu: 0:2 lautet die Prognose des Ex-Profis. „Diesen Tipp wollen wir natürlich widerlegen“, kündigt Martin Grelics vor dem Heimspiel am heutigen Samstag um 15 Uhr an.

Der TuS-Trainer war mit der jüngsten Vorstellung seiner Elf beim 3:1-Sieg beim FC Memmingen II mehr als zufrieden und hofft, dass die Berg- und Talfahrt nunmehr ein Ende hat. „Im August war es schon extrem. Aber wir haben jetzt den Vorteil, dass wir jede Woche mit fast derselben Aufstellung antreten können. Das macht viel aus“, ist sich der 34-Jährige sicher. Außerdem habe er den Eindruck gewonnen, dass seine Kicker die wöchentlichen Predigten von „Einsatz“, „Laufbereitschaft“ und „Zweikampfwillen“ nunmehr beherzigt hätten. „Es wäre wirklich schade, wenn wir jede Woche dieses zarte Pflänzchen des Erfolgs gleich wieder kaputtmachen würden“, meint Grelics.

Den heutigen Gegner hat er in der Vorwoche beim 3:3 in Jetzendorf beobachtet: „Die Hausherren haben einfach nicht aufgesteckt, auch als sie bereits mit 0:2 zurückgelegen sind.“ Dennoch hält der TuS-Coach große Stücke auf den letztjährigen Tabellenvierten, der zuletzt zwar zweimal nur Unentschieden spielte, davor aber eine Serie von sechs Siegen am Stück hinlegte. „Neuburg hat meines Erachtens die individuell am besten besetzte Mannschaft der Liga“, betont Grelics. Nicht zu vergessen, dass der VfR dank der Torjäger-Qualitäten von Nico Schröttle (6 Treffer) und Marco Friedl (5) auch über den gefährlichsten Angriff der Südwest-Gruppe verfügt. „Natürlich wird die Defensive wieder unser Schwerpunkt sein – auch wenn es ein Heimspiel ist“, räumt der Geretsrieder Coach ein.

Da trifft es sich gut, dass der zuletzt privat verhinderte Kapitän Christoph Herbert wieder zur Verfügung steht. Auch auf Florian Kellner und Plator Doqaj kann der Übungsleiter zurückgreifen, während Sebastian Schrills (Sprunggelenk) und Meriton Alasani (Beruf) fehlen. „Wenn wir die Bascis wieder hinbekommen und etwas Spielglück haben, könnten wir Neuburg vielleicht sogar ihre zweite Saisonniederlage zufügen“, zeigt sich Grelics angriffslustig und spielt auf das 2:4 des VfR im Juli gegen den FC Garmisch an. Ein Resultat, das damals wohl kaum ein Experte auf seinem Tippzettel hatte.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, Herberth, Rauscheder, Buchmair, T. Karpouzidis, Fister, L. Kellner, Renger, Walker, Ivkovic; F. Kellner, Doqaj, Reitel. Sevkovic, Topic, Mendama, S. Untch.

Schiedsrichter: Fabian Härle (Germaringen).

21.09.2019 – FC Memmingen II – TUS Geretsried 1:3 (1:1)

Es ist ein ziemliches Auf und Ab, was die Fußballer des TuS Geretsried in den vergangenen Wochen zelebriert haben. Dem Debakel in Egg (2:6) folgte eine respektable Vorstellung gegen Gundelfingen (1:1), nach der durchwachsenen, aber erfolgreichen Vorstellung in Olching (2:1) blamierte man sich daheim gegen Mering (1:4). Fast schon logisch, dass es am Samstag beim FC Memmingen II wieder rund laufen würde. „Endlich haben wir wieder die Basics gezeigt und insbesondere defensiv konzentriert gearbeitet“, freute sich Trainer Martin Grelics nach dem 3:1 (1:1)-Erfolg im Allgäu.

In einem Match ohne viele Torchancen hatten die Hausherren mehr Spielanteile. „War auch klar, weil wir tief gestanden sind“, erläuterte der TuS-Coach, der auf drei Stammkräfte in Person von Kapitän Christoph Herberth, Sebastian Schrills und Niko Karpouzidis verzichten musste. Dafür waren Ludwig Buchmair, Mario Walker und Roman Rauscheder diesmal von Beginn an dabei. Und es lief gleich gut an für die Gäste, also Taso Karpouzidis nach acht Minuten einen schönen Pass in die Tiefe spielte und Srdan Ivkovic zum 0:1 einschoss. Der Sekundenzeiger machte aber nur zwei Umdrehungen auf der Uhr, als es auf der Gegenseite schepperte: Geretsrieds Torhüter Kai Fritz klärte in Bedrängnis zu kurz und der Ball landete schließlich bei Markus Notz, der das 1:1 besorgte (10.). Bis zur Halbzeit tat sich wenig Erhellendes, „aber ich hatte immer ein gutes Gefühl, dass wir heute gewinnen können“, berichtete Grelics.

Sein Eindruck sollte den 33-Jährigen nicht täuschen, denn nur drei Minuten nach Wiederbeginn war es erneut Ivkovic, dem die 2:1-Führung gelang. „Endlich mal nach einem Eckball“, freute sich der Coach über den gelungenen Standard von Buchmair. Den Schreckmoment der Memminger machten sich die Geretsrieder vier Minuten später gleich noch mal zunutze: Johannes Bahnmüller flankte von Außen, ein FC-Verteidigter bekam den Ball nicht weg und Mario Walker reagierte kurz entschlossen zum 1:3 (52.). Und weil der TuS an diesem Tag besonders defensiv gut stand, ergaben sich auch keine gefährlichen Möglichkeiten mehr für d ie Hausherren. Auch nicht, nachdem Ivkovic mit der Ampelkarte vorzeitig zum Duschen geschickt wurde. Vielmehr ließ Robin Renger bei einem Alleingang noch die Gelegenheit aus, das Ergebnis deutlicher zu gestalten.

„Wir haben im Kollektiv heute den Sieg ein Stück weit mehr gewollt als der Gegner“, urteilte Martin Grelics. Das anstehende Heimspiel gegen die favorisierten Neuburger könne man nun „entspannt angehen“. Allerdings nur, wenn der TuS seinen Zickzack-Kurs endgültig für beendet erklärt.

FC Memmingen II – TuS Geretsried 1:3 (1:1)

Tore: 0:1 (8.) Ivkovic, 1:1 (10.) Notz, 1:2 (48.) Ivkovic, 1:3 (52.) Walker. – Schiedsrichter: Gürkan Günebakan (Alemannia München). – Gelb: Schmölz, Diagne (bd. FC); Ivkovic, L. Kellner, Fister (alle TuS). – Gelb-rot: Ivkovic (80./TuS). – Zuschauer: 50.

TuS: Fritz – Rosina, Rauscheder, Fister, L. Kellner (75. Alasani), Buchmair, T. Karpouzidis, Joh. Bahnmüller (90.+ 3 Topic), Walker (87. Reitel), Renger, Ivkovic.

Vorbericht

Geretsried – Auch wenn Martin Grelics in seinem Beruf als Lehrer mit seinen Schülern ein paar Tage auf Klassenfahrt in Berlin weilte, so ganz hat den 33-Jährigen der Fußball nicht losgelassen. Zumindest beschäftigte den Trainer des TuS Geretsried die Frage, die er sich nach der letztwöchigen 1:4-Heimpleite gegen den SV Mering gestellt hatte: „Macht das weiterhin Sinn, wie wir hier arbeiten?“ Offenbar hat er vor dem nächsten Landesliga-Match an diesem Samstag um 14 Uhr beim FC Memmingen II eine Antwort gefunden: „Ja, es macht Sinn. Wir werden unser System nicht ändern.“

Bei der Videoanalyse des jüngsten Heimspiels hatte Grelics festgestellt, „dass uns Mering mit einfachsten Mitteln ausgespielt hat“. Die Vorbereitung auf dieses Match mit dem Hinweis auf die bevorzugte Spielweise des Gegners habe in diesem Fall nicht gefruchtet. Der TuS-Coach möchte aber deshalb nicht das gesamte Spielsystem in Frage stellen, sondern sieht gerade den Auftritt der Meringer als Anschauungsbeispiel: „Wir müssen wieder verstärkt die Grundtugenden bedienen.“ Es höre sich immer recht lapidar an von Zweikampfführung, Mut und Einstellung zu sprechen. „Aber für mich sind das große und wichtige Punkte“, betont Grelics und ergänzt: „Die Mannschaft ist jetzt gefordert, denn angesichts dieser engen Situation in der Landesliga müssen wir in Memmingen punkten.“

Die Hausherren, mit einem Schnitt von 20,31 Jahren das jüngste Team der Liga, rangiert momentan zwei Plätze und zwei Punkte vor dem TuS in der Tabelle. Die Elf von Trainer Marcus Eder, die sich regelmäßig aus der eigenen Bayernliga-Jugend speist, ließ unter anderem durch den 9:0-Kantersieg gegen Bad Heilbrunn aufhorchen, teilte aber zuletzt das Geretsrieder Schicksal: Gegen Mering gab es eine 0:4-Niederlage. „Das ist eine junge, gut ausgebildete Truppe, die recht konstant spielt“, warnt der TuS-Coach, der in puncto Erfahrung seine Elf (Altersschnitt: 22,31 Jahre) leicht im Vorteil sieht.

Allerdings gibt es personelle Probleme. Grelics Assistent Christian Steeb, der die Einheit am Donnerstag leitete, meldete eine Verletzung von Sebastian Schrills. „Er fällt mit einer Blessur am Sprunggelenk aus“, berichtet der Cheftrainer. Ersetzen muss der TuS auch den erkrankten Niko Karpouzidis und die privat verhinderten Christoph Herberth und Florian Kellner. Dafür rücken Roman Rauscheder und Mario Walker in den Kader. Außerdem ist die Sperre von Linksverteidiger Ludwig Buchmair abgelaufen. Grelics ist jedenfalls zuversichtlich: „Wir müssen einfach mehr Mut zeigen. Und ich weiß, dass die Jungs es können.“

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, Fister, Rauscheder, Buchmair, L. Kellner, Walker, T. Karpouzidis, Renger, Doqaj, Ivkovic, Joh. Bahnmüller, Sevkovic, Reitel, Ramaj, Topic, Mendama, Günaydin.

Schiedsrichter: Gürkan Günebakan (Alemannia München).

13.09.2019 – TUS Geretsried – SV Mering 1:4 (1:1)

Geretsried – So ist das nunmal im Fußball mit dem ominösen 1:0 – mal wirkt es belebend, mal ermüdend. Eher einschläfernde Wirkung hatte der Führungstreffer für den TuS Geretsried im auf Freitagabend vorverlegten Landesliga-Duell mit dem SV Mering: Während die Hausherren nach Srdan Ivkovics Tor in der 19. Minute gleich zwei Gänge zurückschalteten, gaben die Gäste erst richtig Gas und feierten am Ende einen hochverdienten 4:1 (1:1)-Erfolg. „Wenn man auf dem Platz nicht 100 Prozent gibt, dann kommt so etwas heraus. Das war phasenweise fast ein Klassenunterschied“, kritisierte ein enttäuschter TuS-Coach Martin Grelics. Merings Trainer Ajet Abazi war dagegen glücklich: „Der Unterschied zu unserer letztwöchigen Niederlage gegen Jetzendorf war, dass wir heute aus fünf, sechs Chancen drei Kisten gemacht haben.“

Mit einer Gedenkminute für den verstorbenen, langjährigen TuS-Berichterstatter Edi Hien begann die Partie, in der die Gäste gleich mit zwei Schüssen für Alarm sorgten. Das überraschende 1:0 gelang jedoch den Geretsriedern, als Ivkovic eine weite Flanke von Robin Renger einnickte (19.). Und wäre Taso Karpouzidis Minuten später nicht an einem Querpass von Sebastian Schrills vorbeigerutscht, hätte die Begegnung womöglich einen anderen Verlauf genommen. So aber bekam Mering das Match immer besser in den Griff. Der TuS durfte sich bei Torhüter Kai Fritz bedanken, dass dieser bei Chancen von Manuel Utz und Fatih Cosar toll parierte. Machtlos war der Goalie, als Jeton Abazi in der 41. Minute frei vor ihm zum Kopfball kam – 1:1.

Fritz war auch nach dem Seitenwechsel an der vorentscheidenden Szene beteiligt: Nach einem Zusammenprall im Strafraum zwischen dem Keeper und SVM-Angreifer Burhan Bytyqi entschied der Schiedsrichter auf Foul. „Kann man geben“, meinte Abazi, während sein Pendant Grelics etwas anderer Meinung war, aber feststellte: „Das passte so richtig zu unserem Auftritt heute.“ Der eingewechselte Markus Gärtner verwandelte zum 1:2, und fortan diktierten die bayerischen Schwaben das Geschehen im Isarau-Stadion nach Belieben. Innerhalb von zwei Minuten schossen Utz (65.) und Gärtner (67.) einen 4:1-Vorsprung heraus, während der TuS keinerlei Gegenmittel fand. Vielmehr machte Torhüter Fritz in der Schlussphase noch zwei Top-Möglichkeiten zunichte. „Wir haben in der zweiten Halbzeit offensiver und auch clever gespielt“, freute sich Ajet Abazi. Martin Grelics dagegen haderte mit der Niederlage: „Das war ein Schritt zurück nach unseren zuletzt guten Vorstellungen. Dabei hatten wir uns im Training extra auf diesen Gegner eingestellt.“

TuS Geretsried – SV Mering 1:4 (1:1)

Tore: 1:0 (19.) Ivkovic, 1:1 (41.) J. Abazi, 1:2 (52./FE) Gärtner, 1:3 (65.) Utz, 1:4 (67.) Gärtner. – Schiedsrichter: Elias Wörz (Friesenried). – Gelbe Karten: Herberth, Ivkovic (bd. TuS); Mittermaier (SVM). – Zuschauer: 120.

TuS: Fritz – Rosina, Herberth, Fister, L. Kellner, Renger (76. F. Kellner), N. Karpouzidis, Doqaj (60. Walker), T. Karpouzidis, Schrills (84. Ramaj), Ivkovic.

Vorbericht

Geretsried – Konstanz ist der Schlüssel zum Erfolg. Darauf setzt zumindest Martin Grelic. „Es ist das erste Mal, dass wir in zwei Partien hintereinander mit demselben Team antreten können“, freut sich der Trainer des TuS Geretsried auf das vorgezogene Landesliga-Match an diesem Freitag gegen den SV Mering (Anpfiff: 17.30 Uhr, Isarau-Stadion).

Im August habe er die Mannschaft fast wöchentlich aufgrund von Verletzungen, Urlauben und Sperren verändern müssen – entsprechend wechselhaft waren die Auftritte und Resultate der Fußballer. Nach der 2:6-Niederlage beim SV Egg an der Günz habe man jedoch „die Reset-Taste gedrückt und anschließend ein neues Programm hochgefahren – um in der Computersprache zu bleiben“, sagt Grelics. Schon beim etwas glücklichen 1:1 gegen den damaligen Spitzenreiter FC Gundelfingen sei eine Verbesserung erkennbar gewesen, zum Beispiel bei den Zweikämpfen in der Defensive. „Davor haben wir zu viele Tore nach Eckbällen und so weiter kassiert“, so der TuS-Coach. Richtig gut sei es auch zuletzt beim 2:1-Sieg in Olching gelaufen: „Das hat Spaß gemacht.“

Auch gegen Mering wolle man das Hauptaugenmerk auf die Defensive setzen. „Aber wir stellen uns natürlich auf den Gegner ein und wollen daheim auch etwas mehr Dominanz zeigen“, verrät Grelics. Beim Video-Studium habe er festgestellt, dass die Gäste aus dem Landkreis Aichach-Friedberg „nicht gerade zögerlich im Spiel gegen den Ball vorgehen“. Allerdings ist das bisherige Abschneiden wohl nicht im Sinn der Meringer Verantwortlichen: Noch im August wurde die Mannschaft mit dem polnischen Verteidiger Mateusz Fitas sowie Mittelfeldmann Burhan Bytyqi vom Bayernliga-Aufsteiger Türkspor Augsburg verstärkt. Zuletzt unterlag die Elf von Trainer Ajet Abazi (43) – einst beim FC Augsburg in der Regionalliga selbst am Ball – bei Aufsteiger Jetzendorf mit 0:1, holte aber ein 2:2 in Sonthofen und gewann gegen Kempten mit 2:1. Damit liegt der SVM auf Rang elf, was exakt dem Abschneiden am Ende der Vorsaison entspricht. Und auch der TuS als Siebter nimmt momentan die Abschlussplatzierung der vergangenen Spielzeit ein.

Martin Grelics stuft das heutige Heimspiel deshalb profan als richtungsweisend ein, „wenn wir uns weiter in ruhigerem Fahrwasser bewegen wollen“. Im vergangenen Jahr musste sich der TuS gegen Mering mit einem 1:1 begnügen, verlor bei den bayerischen Schwaben sogar mit 0:3. „Aber wir haben den Anspruch an uns selbst, dass wir daheim auch gewinnen“, betont der Geretsrieder Übungsleiter. Ersetzen muss er in dieser Begegnung lediglich Roman Rauschender, der privat verhindert ist. Dafür steht Jean-Monty Mendama wieder im Kader. Die Startelf dagegen bleibt konstant.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, Herberth, Fister, L. Kellner, N. Karpozidis, Doqaj, T. Karpouzidis, Renger, Schrills, Ivkovic; S. Untch, Reitel, Mendama, Alasani, Topic, F. Kellner, Ramaj.

Schiedsrichter: Elias Wörz (Friesenried).

08.09.2019 – SC Olching – TUS Geretsried 1:2 (0:2)

Geretsried – Was ist wohl aufregender für Martin Grelics, seines Zeichens Trainer des TuS Geretsried und von Beruf Lehrer: Ein Landesliga-Match seiner Fußballer oder der erste Schultag nach den Sommerferien? „Wir hätten es entspannter haben können“, stellte der 33-Jährige jedenfalls nach dem 2:1 (2:0)-Sieg am späten Sonntagnachmittag beim SC Olching fest. Vor allem im Umschaltspiel hätten sich seinen Schützlingen in der ersten Halbzeit, „so viele Chancen geboten, dass ich sie gar nicht mehr zählen konnte. Darunter drei Hundertprozentige.“

Zehn Minuten lang hatten die Gäste Probleme mit flott startenden Olchingern, dann stellte Grelics ein wenig um, und seine Elf bekam die Partie in den Griff. Allerdings hätte auch alles anders kommen können, hätte Keeper Kai Fritz nicht kurz danach einen SCO-Schuss aus acht Metern noch über die Latte gelenkt. Erstmals jubeln durften die Geretsrieder nach 27 Minuten: Sebastian Schrills flanke von links nach innen, wo Plator Doqaj völlig frei stand und per Kopfball das 0:1 besorgte. In der Folge ergaben sich weitere Möglichkeiten, ehe in der 38. Minute das 2:0 fiel: Srdan Ivkovic legte für Taso Karpouzidis auf, der sich die Chance nicht entgehen ließ. „Zu diesem Zeitpunkt absolut verdient“, stellte Grelics fest.

Erwartungsgemäß legten die Olchinger nach dem Seitenwechsel einen Zahn zu. „Sie haben einfach gespielt und hauptsächlich lange Bälle auf Chaka Menelik Ngu’Ewodo geschlagen“, berichtete der TuS-Coach. Der ehemalige Profi von Hansa Rostock war auch der Ausgangspunkt für den Anschlusstreffer der Hausherren, als sich Niko Karpouzidis und TuS-Keeper Fritz bei einer Aktion nicht einig waren. Roman Fuchs nutzte dies zum 1:2-Anschlusstor (66.). In der Schlussviertelstunde wurde es noch einmal hektisch. Der Referee musste mehrere gelbe Karten verteilen, Ivkovic und Taso Karpouzidis vergaben jeweils die Chance, die Partie vorzeitig zu entscheiden. Grelics wechselte noch Florian Kellner (für Robin Renger) und Gabriel Ramaj (für Taso Karpouzidis) ein, Olchings Jan Sostmann kassierte in der Nachspielzeit noch die Ampelkarte – dann war die Partie zu Ende.

„Für die Moral enorm wichtig“, beurteilte der TuS-Trainer den Sieg beim bisherigen Verfolger. Nicht nur, weil mit Jetzendorf und Ehekirchen zwei Klubs aus dem Relegationsbereich Boden gut gemacht haben. Sondern auch, weil die Geretsrieder im Tableau einen ordentlichen Sprung nach vorne gemacht haben und nun am Freitag, 13. September, als Siebtplatzierter den SV Mering zum nächsten Heimspiel empfangen (17.30 Uhr).

SC Olching – TuS Geretsried 1:2 (0:2)

Tore: 0:1 (27.) Doqaj, 0:2 (38.) T. Karpouzidis, 1:2 (66.) Fuchs. – Schiedsrichter: Felix Hoffmann (FSV Kirchdorf). – Gelbe Karten: T. Karpouzidis, Rosina, L. Kellner, Ramaj (beide TuS), Ecker, Obermeier, Sostmann (alle SCO). – Gelb-rot: Sostmann (93./SCO). – Zuschauer: 100.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, Herberth, Fister, N. Karpouzidis, T. Karpouzidis (90. Ramaj), Renger (88. F. Kellner), L. Kellner, Schrills, Doqaj (77. Rauscheder), Ivkovic.

Vorbericht

eretsried – Auch wenn der 1:1-Ausgleich am Ende etwas glücklich zustande kam (der gegnerische Torhüter hatte Jean Monty Mendama angeschossen) – der jüngste Auftritt der Geretsrieder Landesliga-Fußballer gegen den vormaligen Tabellenführer FC Gundelfingen konnte sich sehen lassen. „Da war ein deutlicher Fortschritt erkennbar, vor allem in defensiver Hinsicht“, lobt Trainer Martin Grelics angesichts von nur einer oder zwei wirklich gefährlichen Möglichkeiten für die favorisierten Gäste.
In einer anderen Rolle stecken die Geretsrieder allerdings in der Partie am Sonntag um 17 Uhr beim SC Olching. Die Gastgeber aus dem Landkreis Fürstenfeldbruck sitzen als Tabellen-13. mit nur einem Punkt Rückstand dem TuS im Nacken. „Es wäre an Zeit, wieder einen Dreier zu holen. Und einen unmittelbaren Konkurrenten muss man einfach auf Distanz halten“, fordert Grelics unmissverständlich einen Sieg von seiner Elf. Dass es nicht ganz einfach wird, ist dem Coach jedoch klar. Im vergangenen Jahr kam sein Team in Olching mit 0:3 unter die Räder, im Abschlusstableau lag der SCO als Sechster einen Platz vor dem TuS. Die Platzherren, die zuletzt beim TSV Jetzendorf nicht über ein 2:2 hinaus kamen, haben jedoch mit dem Albaner Ritvan Maloku (27) und Chaka Menelik Ngu’Ewodo zwei gefährliche Stürmer im Kader: Der 24- jährige Deutsch-Kameruner stammt aus dem Nachwuchs des FC Augsburg, wurde beim TSV 1860 München ausgebildet und spielte bereits bei Hansa Rostock, Türkgücü München und dem FC Memmingen. „Die Mannschaft tritt aggressiv und kompakt auf“, hat Grelics ausgekundschaftet. Der TuS habe sich jedoch einen Plan zurechtgelegt, mit dem man in Olching erfolgreich sein will. „Viel wird von der Einstellung abhängen, mit der wir aufs Feld gehen“, betont der Trainer.
Und damit spielt er auch auf das Dilemma an, das die Geretsrieder in dieser Saison begleitet: Sie haben vier von neun Partien nicht mit elf Mann beendet; darunter zweimal schon in der ersten Halbzeit Rot oder Gelb-rot kassiert. „Da müssen wir uns besser im Griff haben“, fordert Grelics angesichts des jüngsten Vorfalls mit Ludwig Buchmair, der gegen Gundelfingen nach einer Unsportlichkeit bereits nach 27 Minuten vom Platz musste.
Für den Abwehrmann, der eine Sperre von zwei Spielen aufgebrummt bekam, rückt Niko Karpouzidis in die Startelf. Fehlen werden außerdem Johannes Bahnmüller (Urlaub), Jean Monty Mendama (krank), Marco Walker (beruflich) und Claudio Sevkovic (Schulter). Weil Ersatzkeeper Sebastian Untch in der Zweiten Mannschaft zum Einsatz kommt, fährt A-Jugend-Torwart Samy Günaydin mit nach Olching.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, Herberth, Fister, N. Karpouzidis, T. Karpouzidis, Renger, L. Kellner, Schrills, Ivkovic, Alasani, Rauscheder, F. Kellner, Doqaj, Topic, Ramaj, Reitel, Günaydin.
Schiedsrichter: Felix Hoffmann (FSV Kirchdorf).

31.08.2019 – TUS Geretsried – FC Gundelfingen 1:1 (0:0)

Geretsried – Stark verbessert präsentierten sich am Samstag die Fußballer des TuS Geretsried – und das ausgerechnet gegen Tabellenführer FC Gundelfingen, dem sie vor 200 Zuschauern ein 1:1 (0:0) abrangen. Dabei fiel der glückliche, aber am Ende verdiente Ausgleichstreffer erst in der Nachspielzeit. „Das war heute ein deutlicher Auftritt. Da war wesentlich mehr Biss und Zweikampfverhalten vorhanden. Man hat gemerkt, dass die Jungs es wissen wollen. Insbesondere in der Situation, als wir nach dem Rückstand noch einmal zurückgekommen sind und damit einen Punkt sichern konnten“, freute sich TuS-Trainer Martin Grelics nach dem Match.

Das stand ab der 28. Minute wieder unter einem ungünstigen Stern. Ludwig Buchmair musste wegen einer Tätlichkeit vom Platz und der TuS stand erneut in Unterzahl auf dem Feld. „Was wir uns mit den frühen Platzverweisen antun, ist grausam. Aber damit sind wir noch enger zusammengewachsen“, befand Grelics. Wenngleich die Kicker aus dem schwäbischen Landkreis Dillingen in der ersten Halbzeit ein leichtes Übergewicht hatten, waren die Platzherren nach der Pause etwas mehr am Drücker und zeigten richtig gute Defensivarbeit. Taso Karpouzidis (50.) vergab eine Großchance, als er einen Freistoß ein paar Zentimeter zu hoch ansetzte. TuS-Keeper Kai Fritz konnte sich in der 74. Minute mit einer Glanzparade gegen Maximilian Braun auszeichnen. Kurz darauf wurde der eingewechselte Jean Monty Mendama für einen Konter tief geschickt. Im Strafraum legte er den Ball an Gästeschlussmann Dominik Dewein vorbei, der ihn aber „per Notbremse“ umriss und die rote Karte sah. Ersatzkeeper Dennis Ortner wurde daraufhin für Mittelfeldspieler Jonas Schneider eingewechselt (77.). Spannend wurde es in der Schlussphase, als zunächst Fabio Kühn nach einem Freistoß von Maximilian Braun per Kopf die 1:0-Führung (87.) für den Spitzenreiter markierte. Als bereits die Nachspielzeit lief, wollte Ersatzgoalie Ortner den Ball aus dem Strafraum befördern. Er zögerte und zögerte, traf letztendlich unter Zeitdruck nur Mendama. Vom Körper des 20-Jährigen Stürmers kullerte das Leder zum glücklichen, aber nicht unverdienten 1:1-Ausgleich über die Linie.

„Das war heute eine Willensleistung, weil wir lange in Unterzahl waren. Ich hatte aber nie das Gefühl, dass etwas schief gehen könnte. Der Punkt ist absolut verdient, auch wenn der Ausgleich kein schönes Tor war. Aber so etwas muss man sich auch einmal erarbeiten“, stellte TuS-Kapitän Christoph Herberth nach dem Schlusspfiff fest.

TuS Geretsried – FC Gundelfingen 1:1 (0:0)

Tore: 0:1 (87.) Kühn, 1:1 (90. + 1) Mendama. – Schiedsrichter: Braunsperger (Simbach/Inn). – Gelbe Karten: Kühn, Schmid, Elze, Weichler (alle FCG), Buchmair, L. Kellner, Renger, Rosina (alle TuS). – Rot: Buchmair (TuS/28. Tätlichkeit), Dewein (FCG/77. Notbremse). – Zuschauer: 200.

TuS: Fritz – Walker (88. Doqaj), Ch. Herberth, L. Kellner (74. N. Karpouzidis), Buchmair, T. Karpouzidis, Rosina, Fister, Renger, Ivkovic (60. Mendama), Schrills.

Vorbericht

Geretsried – Nach der jüngsten 2:6-Schlappe der Geretsrieder Fußballer beim SV Egg an der Günz musste Martin Grelics einige Aufbauarbeit leisten. „Natürlich haben wir über das Match gesprochen und die Fehler analysiert. Es gab ja keinen totalen Bruch nach der Niederlage – wir stehen in der Tabelle immer noch über dem Strich und werden deshalb die Pferde nicht scheu machen. Ich habe weiter Vertrauen in die Jungs“, sagte der TuS-Coach in der Rückbetrachtung und zeigte sich zufrieden mit einer „ganz ordentlich absolvierten Trainingswoche“.

Zur Wiedergutmachung kommt an diesem Samstag mit dem FC Gundelfingen aber alles andere als ein leichter Gegner ins Isarau-Stadion (15 Uhr). Die Kicker aus dem schwäbischen Landkreis Dillingen schicken sich heuer an, nach 2016/17 innerhalb von vier Jahren zum zweiten Mal in die Bayernliga aufzusteigen. Und die Voraussetzungen sind bisher günstig: Die Truppe von Martin Wenig ist trotz einer noch ausstehenden Partie Tabellenerster und hat in den bisherigen Begegnungen erst zwei Gegentreffer kassiert. Das war bei der 0:2-Heimniederlage gegen den TSV Kempten der Fall. Im Vorjahr trennten sich beide Landesliga-Teams im Isarau-Stadion mit einem 2:2-Remis, auswärts unterlag der TuS dann im Rückspiel mit 2:3. „Mit Gundelfingen steht uns eine große Aufgabe bevor. Aber vielleicht kommt der Gegner gerade zur richtigen Zeit. Wir werden die Mannschaft beackern und hoffen auf die Chance, etwas zu holen“, gibt sich Grelics optimistisch.

Der 33-Jährige kann seit langer Zeit endlich wieder einmal auf ein starkes Aufgebot bauen. Es fehlen lediglich Claudio Sevkovic (Aufbautraining) und Johannes Bahnmüller, der sich in den Urlaub verabschiedet hat. Für letzteren wird Taso Karpouzidis in die Startelf rücken. Der junge Grieche überzeugte in der vergangenen Woche in Egg nach seiner Einwechslung zur Halbzeit und sammelte Pluspunkte dank seiner guten Kreativarbeit. Über den Konkurrenzkampf im Team freut sich Grelics: „Man merkt, dass die Urlauber langsam aufgeholt haben. Der Fitnesszustand hat sich verbessert und es ist viel mehr Spritzigkeit da.“ Jetzt müssen nur noch die nächsten Ergebnisse stimmen.

TuS Geretsried

Fritz – Walker, Ch. Herberth, N. Karpouzidis, R. Rauscheder, L. Keller, T. Karpouzidis, Renger, Buchmair, Ivkovic, Schrills, Fister, Doqaj, F. Kellner, Reitel, Mendama, Rosina, Topic, Ramaj, S. Untch.

Schiedsrichter: Florian Braunsperger (ASCK Simbach/Inn).

25.08.2019 – SV Egg / Günz – TUS Geretsried 6:2 (3:0)

Egg an der Günz/Geretsried – Konnte der TuS Geretsried in der vergangenen Spielzeit noch beide Spiele gegen den SV Egg an der Günz gewinnen, setzte es am Sonntag im Unterallgäu eine deutliche 2:6 (0:3)-Schlappe. „Wir haben es von Anfang an nicht geschafft, in die Zweikämpfe zu kommen und fast alles falsch gemacht, was man nur falsch machen kann. Die Leistung war noch viel schlechter als im letzten Heimspiel gegen Kaufbeuren“, so das ernüchternde Resümee von Martin Grelics.

Gegenüber dem vorangegangenen Match hatte der 33-jährige Übungsleiter die Startelf auf drei Positionen neu bestückt. Für Roman Rauscheder, Nico Karpouzidis und Plator Doqaj begannen Lukas Kellner, Benjamin Fister und Sebastian Rosina. Der erhoffte Impuls blieb jedoch aus. „Alle hatten zuletzt wenig Spielpraxis und konnten mit dem hohen Tempo nicht ganz mitgehen“, nahm Grelics seine Protagonisten trotz guter Trainingsleistung in Schutz. Ins Gesamtbild passten auch zwei Szenen nach dem 0:1-Rückstand: Christoph Herberth wurde zunächst wegen Foulspiels verwarnt (24.), und drei Minuten später flog der Spielführer wegen einer Schwalbe im Mittelfeld mit der Ampelkarte vom Platz. Durch die weiteren Treffer der Platzherren durch Julian Singer und Torjäger Simon Schropp war das TuS-Team mit dem 0:3 zur Halbzeit noch gut bedient. Auch der zweite Durchgang verlief nach einem ähnlichen Muster. Nach einem Tackling in Strafraum verwertete Michael Seidel den Foulelfmeter sicher zum 4:0. Nach Srdan Ivkovics vierten Saisontreffer zum 1:4 legte die Truppe von Christian Möller wieder nach, ehe der eingewechselte Taso Karpouzidis auf 2:5 verkürzte. Den Schlusspunkt setzte Simon Schropp, der in der 87. Minute für das halbe Dutzend an Treffern für die Unterallgäuer sorgte.

Beim TuS besteht nun Redebedarf. „Wir müssen uns hinterfragen, woran es liegt, dass wir momentan nichts auf die Reihe bringen und wie wir in Zukunft auftreten wollen“, kündigte Grelics angesichts der mageren Punkteausbeute von fünf Zählern aus den letzten sechs Begegnungen an. Und die Aufgabe am kommenden Samstag wird nicht leichter, wenn mit dem Ex-Bayernligisten FC Gundelfingen der Tabellenführer im Isaraustadion aufkreuzt.

SV Egg an der Günz – TuS Geretsried 6:2 (3:0)

Tore: 1:0 (12.) Rauh, 2:0 (29.) Singer, 3:0 (38.) S. Schropp, 4:0 (57./FE) Seidel, 4:1 (60.) Ivkovic, 5:1 (65.) Walter, 5:2 (68.) T. Karpouzidis, 6:2 (87.) S. Schropp. – Schiedsrichter: Florian Wernz (SpVgg Langerringen). – Gelbe Karten: Jehle, Walter (beide SVE), Ch. Herberth, Schrills, Fister, Ivkovic, (alle TuS). – Gelb-Rot: Ch. Herberth (TuS/27.). – Zuschauer: 240.

TuS: Fritz – Walker, Ch. Herberth, L. Kellner (46. T. Karpouzidis), Rosina (46. N. Karpouzidis), Fister , Bahnmüller (67. F. Kellner), Renger Buchmair, Ivkovic, Schrills.

 

Vorbericht

Geretsried – Zum Tabellennachbarn SV Egg an der Günz reist an diesem Sonntag der TuS Geretsried. Beginn der Partie ist um 15 Uhr in der Günztal-Arena.
Der im Landkreis Unterallgäu beheimatete Klub weist mit zehn Punkten einen Zähler Rückstand auf die Geretsrieder auf. Zu Saisonbeginn verloren die Mittelschwaben mit Florian Huber, Alexander Kirchmaier, Lukas Trum und Philipp Stölzle vier Leistungsträger. Zudem hat Coach Christian Möller, der zuletzt Co-Trainer beim FC Kempten war und Gerhard Schedel ablöste, einige Ausfälle zu verzeichnen. Torsten Schuhwerk (Kreuzbandriss) und Manuel Schropp (Knöchelbruch) fehlen verletzungsbedingt. Beide erzielten in der abgelaufenen Saison jeweils zwölf Tore. Darüber hinaus ist der Ex-Sonthofener Verteidiger Maximilian Heinle rotgesperrt. Zuletzt verlor die Egger Truppe mit 1:2 bei Aufsteiger TSV Jetzendorf.
TuS-Trainer Martin Grelics hat den Gegner bereits zweimal in Augenschein genommen. Unter anderem beim 2:1-Heimerfolg über Bayernliga-Absteiger 1. FC Sonthofen. Seine Analyse: „Egg kommt aus der Kompaktheit, lebt vom schnellen Umschaltspiel, ihren schnellen Flügelspielern und einem treffsicheren Manuel Schedel. Hinzu kommt eine tolle Unterstützung der Zuschauer.“
Nach der enttäuschenden Partie gegen Schlusslicht Kaufbeuren (0:0) sei deutlich angesprochen worden, woran es gefehlt hat. „Bis zum Strafraum haben wir teilweise recht gut gearbeitet. Aber bei den letzten Szenen vor dem Tor und beim Abschluss haben wir uns nicht clever genug angestellt. Es reicht nicht, nur normale Leistung zu bringen. Manchmal muss man auch ein bisschen über sich hinauswachsen“, urteilt Grelics.
Da alle Urlauber zurück sind, herrschte unter der Woche wesentlich mehr Konkurrenzkampf im Training. Diese Attribute versucht man, in das Auswärtsmatch zu übertragen. Deshalb wird es auch Veränderungen in der Startelf geben. „Einige von den Urlaubern hatten richtig Bock auf das Training und haben sich aufgedrängt. Aus diesem Grunde wird es in der Anfangsformation als Minimum auf zwei Positionen Veränderungen geben“, kündigt Grelics an.

TuS Geretsried: Fritz, Walker, Ch. Herberth, N. Karpouzidis, R. Rauscheder, Doqaj, J. Bahnmüller, Renger, Buchmair, Ivkovic, Schrills, Fister, L. Kellner, F. Kellner, Reitel, Mendama, Rosina, T. Karpouzidis, S. Untch. Schiedsrichter: Florian Wernz (Langerringen). Busabfahrt: 11.15 Uhr (Isaraustadion).

17.08.2019 – TUS Geretsried -SpVgg Kaufbeuern 0:0

Eine enttäuschende Leistung zeigte die gesamte Mannschaft des TuS Geretsried im Heimspiel gegen die SpVgg Kaufbeuren. Die Platzherren kamen gegen den Tabellenletzten über ein absolut unbefriedigendes 0:0-Unentschieden nicht hinaus. „Ich war mit vielen Szenen nicht zufrieden. Natürlich sind wir enttäuscht, dass wir es mit einem Dreier nicht hinbekommen haben. Kaufbeuren hat es mit seiner destruktiven Spielweise gut gemacht, während wir es nicht geschafft haben, uns mehr Chancen herauszuspielen“, kritisierte TuS-Trainer Martin Grelics.
In der Tat war es von Beginn an ein äußerst lascher Kick ohne große Höhepunkte. Das TuS-Team kam erst nach rund 25 Minuten zu einigen guten Szenen. Plator Doqaj zwang nach einem Schuss von rechts Gästekeeper Frank Schmitt zu einer ersten Glanzparade, der dann auch den Nachschuss von Sebastian Schrills spektakulär zur Ecke lenkte. Schmitt, der als Rückkehrer vom Bayernligaaufsteiger TSV Landsberg für den 19-Jährigen Sascha Zahn (Urlaub) zu seinem ersten Einsatz kam, parierte überdies einen gut platzierten Kopfball (35.) von Srdjan Ivkovic gerade noch um den Pfosten. Dennoch blieb beim TuS Geretsried vieles Stückwerk. Ideenlos und ohne stimmige Laufwege, Ballverluste spätestens nach der zweiten oder dritten Station sowie fehlende Zielstrebigkeit zeichneten die Hausherren aus. So war das dichtgestaffelte Bollwerk der Allgäuer nicht zu knacken.
Die Gäste hatten nach der Pause für eine Viertelstunde sogar ein leichtes Übergewicht. Kalid Mahde Majid zielte nur knapp über die Latte (55.) ebenso wie Julian Sachs (62.), der mit einem Distanzschuss (66.) TuS-Schlussmann Kai Fritz prüfte.
Kurz vor dem Abpfiff gab es bei den Platzherren dann doch noch zwei erkennbare Bemühungen. Mit einer Traumparade entschärfte Kaufbeurens Bester, Torhüter Schmitt, einen Schuss von Ivkovic (87.), und Johannes Bahnmüller zielte per Direktabnahme nur knapp am Pfosten vorbei (89.).
Zwar bleiben die Gäste weiterhin ohne Sieg, haben sich ihren zweiten Punktgewinn aber redlich erarbeitet. Das sah auch der Kaufbeurer Trainer Joachim Dewein so: „Einen Zähler auswärts zu holen, ist immer gut. So wie meine junge Mannschaft aufgetreten ist, hat sie alles richtig gemacht.“ TuS-Spielführer Christoph Herberth urteilte indes: „Wir hatten einen Matchplan, der leider nicht aufgegangen ist. Und das tut weh.“
TuS Geretsried – SpVgg Kaufbeuren 0:0
Tore: Fehlanzeige. – Schiedsrichter: Nico Keiser (SpVgg Unterhaching). – Gelbe Karten: Sachs (SpVgg), Doqaj, Ch. Herberth (beide TuS). – Zuschauer: 100.
TuS Geretsried: Fritz – Walker, Ch. Herberth, N. Karpouzidis (80. L. Kellner), R. Rauscheder, Doqaj (68. Mendama), Bahnmüller, Renger (46. F. Kellner), Buchmair, Ivkovic, Schrills.

Vorbericht

retsried – Nachdem zuletzt der Tabellenvorletzte FC Ehekirchen zu Gast im Isaraustadion war, empfängt der TuS Geretsried diesen Samstag um 15 Uhr mit der SpVgg Kaufbeuren das Schlusslicht der Landesliga. Der Klub vom nordöstlichen Rand des bayerischen Allgäus hat mit fünf Niederlagen den Saisonstart völlig verpatzt, kam erst am vergangenen Wochenende beim 2:2 gegen Aufsteiger TSV Jetzendorf zu seinem ersten Punktgewinn.
Coach Joachim Dewein, der sein Team in der vergangenen Saison als dritter Trainer in der Schlussphase mit 14 Punkten aus acht Spielen zum Klassenverbleib führte, steht auch heuer vor einer schwierigen Aufgabe. 15 Spieler, darunter die Torjäger Stefan Meisel (TSV Schwabmünchen/15 Tore) und Simon Ried (VfL Denkligen/12) verließen den Klub; ebensoviele Neuzugänge gilt es zu integrieren. So verwundert es nicht, dass in den Anfangsformationen teilweise sieben neue Namen zu finden waren. Es ist ein erheblicher Umbruch, der mit einer sehr jungen Mannschaft noch nicht reibungslos funktioniert.
„Wir wollen drei Punkte holen. Das steht außer Frage“, stellt TuS-Trainer Martin Grelics klar. „Gottseidank zeigt sich personell wieder etwas Licht am Horizont.“ Benjamin Fister (Achillessehne) und Lukas Kellner (Mittelfußbruch) sind wieder fit. Sebastian Untch, Jean Monty Mendama und Mario Walker sind aus dem Urlaub zurück. Walker fungiert als rechter Verteidiger in der Startformation, nachdem sich David Topic nun Ferien gönnt.
Von der Papierform her und von der bisherigen direkten Bilanz gegen die Gäste mit fünf Siegen und einem Unentschieden in sechs Partien, spricht alles für die Platzherren. „Das wird trotzdem vor allem mental eine Riesenherausforderung. Kaufbeuren hat eine junge Mannschaft, die immer mehr dazulernt und mit aller Macht auftreten wird“, vermutet Grelics.
Ein frühes Tor wie zuletzt beim 3:1-Erfolg gegen Ehekirchen, wäre auch diesmal hilfreich, um den Gegner zu verunsichern. „Ein Treffer in der Anfangsphase ist zwar schön, braucht aber auch sehr viel Geduld. Wie auch im weiteren Spielverlauf. Und das geht nur, wenn jeder seinen Job zuverlässig leistet und das als Mannschaftsleistung abgerufen wird. Sonst wird es haarig“, erklärt Übungsleiter Grelics.

TuS Geretsried: Fritz, Walker, Ch. Herberth, N. Karpouzidis, R. Rauscheder, Doqaj, J. Bahnmüller, Renger, Buchmair, Ivkovic, Schrills, Fister, L. Kellner, F. Kellner, Reitel, Mendama, Untch. Schiedsrichter: Nico Keiser (SpVgg Unterhaching).

Interview aus dem Geretsrieder Merkur vom 13.08.2019 mit unserem Spieler Roman Rauscheder

Geretsried – Das Fußballspielen hat Roman Rauscheder im Alter von sieben Jahren bei der FT Gern in München erlernt. Nach einem sechsjährigen Projekt an der Münchner Fußballschule ging es über den FC Ismaning (U17) zum TuS Geretsried (U19). In der vergangenen Spielzeit wechselte der gebürtige Essener zum TuS Holzkirchen in die Bayernliga. Nun folgte die Rückkehr nach Geretsried. Der Innenverteidiger wohnt in Dorfen bei Icking und studiert ab September Fußballmanagement an der Hochschule (International Footballinstitut) in Ismaning. Nach dem 3:1-Heimerfolg des TuS gegen den FC Ehekirchen sprach unser Mitarbeiter Eduard Hien mit dem 19-Jährigen.

Herr Rauscheder, nach drei sieglosen Partien endlich wieder ein Erfolg – wie haben Sie die erste Halbzeit gesehen?
Wir haben sehr konzentriert gespielt und haben nur wenige Bälle verloren, weil wir in der Defensive sehr sicher gestanden sind. Vor der Pause hätten wir allerdings noch zwei Dinger reinmachen müssen. Allerdings stand Ehekirchen trotz des frühen Platzverweises sehr kompakt.

Und Ihre Analyse für den zweiten Durchgang?
Da haben wir eigentlich untypisch für uns gleich mit dem 3:0 nachgelegt. Nach der gelb-roten Karte gegen Niko Karpouzidis und dem Anschlusstreffer von Ehekirchen wurde die Partie hitziger und wir sind ein wenig in Unordnung mit wenig Pressing geraten. Ab diesem Zeitpunkt war es kein gutes Fußballspiel mehr.

Aus der U19 zu kommen und gleich ins Seniorenteam eines Bayernligisten zu wechseln, das ist ein gewaltiger Sprung. Wie kam es bei Ihnen vergangenes Jahr zum Wechsel nach Holzkirchen?
Die Verantwortlichen haben mich sehr früh kontaktiert. Vor allem wollte ich so hochklassig wie möglich spielen und bekam die Zusage, dass ich auf jeden Fall meine Chance bekommen würde. Und das ist mir auch gelungen, bis ich mich dann verletzt habe.

Die Saison endete für Holzkirchen mit dem Abstieg in die Landesliga. Wie zufrieden waren Sie in ihrem ersten Jahr im Herrenbereich?
Ich war sehr zufrieden, habe mich an das höhere Tempo und die körperliche Präsenz rasch gewöhnt. Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell funktioniert. Von der Mannschaft wurde ich gut aufgenommen. Wir waren insgesamt neun Neuzugänge, wobei ich von der Stärke her unter den ersten drei war. Leider hatten wir während der Saison vier verschiedene Trainer, von denen jeder ein anderes Konzept hatte. Zudem hatte ich mir die Schulter ausgekugelt und wurde operiert. Sonst hätte ich jedenfalls mehr als die 13 Einsätze bestritten.

Wie kam es zur Rückkehr nach Geretsried?
In Holzkirchen habe ich niemanden gekannt und das Umfeld war mir fremd. So etwas wollte ich nicht noch einmal bei einem anderen Klub miterleben. Von TuS-Abteilungsleiter Ibro Filan kam dann die Anfrage mit der Zusage, dass Trainer Martin Grelics mich fordern und mir klare Ziele setzen werde. Und weil ich viele Spieler bereits aus dem Jugendbereich kannte, war die Entscheidung klar.

Was ist Ihr persönliches Ziel?
Ich will mich weiter verbessern. Das betrifft insbesondere Standards, ein klares Aufbauspiel mit Passgenauigkeit und aufgrund meiner Größe das Kopfballspiel. Zudem muss ich als Innenverteidiger etwas offensiver werden.

Wie beurteilen Sie die Vorbereitung und die ersten sechs Spieltage in der Landesliga?
Die Vorbereitung war insgesamt gesehen recht gut. Leider fielen die Ergebnisse nicht immer wie gewünscht aus. Bei den Niederlagen in Kempten und zu Hause gegen Sonthofen waren es jeweils Kampfspiele auf Augenhöhe. Aufgrund eigener Fehler haben wir diese Begegnungen aus der Hand gegeben. Das 1:1 in Jetzendorf mit dem Ausgleich in der Nachspielzeit war ärgerlich. Anstatt den Ball zu halten und auf Zeit zu spielen, stürmten wir munter nach vorne und haben den Ball verloren. Der Gegenzug konnte nur durch ein Foul unterbunden werden, wobei wir den Freistoß an der Strafraumgrenze einfach nicht konsequent geklärt haben.

Was meinen Sie: Wo wird der TuS in der Abschlusstabelle zu finden sein?
Ich denke, dass wir unter den Top-Five zu finden sein werden. Das klappt aber nur, wenn jeder ein Leistungsvermögen abruft. Voraussetzung ist auch, dass die Mannschaft komplett ist. Dann sind 20 bis 22 Spieler im Training, so dass durch den Konkurrenzkampf die Intensität gesteigert werden kann. Denn jeder will ja am Wochenende gerne spielen.

Ihr Zwillingsbruder Simon ist in der vergangenen Saison von den Geretsrieder A-Junioren ebenfalls zu einem Landesligisten gewechselt, nämlich dem SV Pullach. Wie geht es ihm dort und tauscht man sich zu Hause gegenseitig aus?
Simon ist von Anfang an gut zurecht gekommen, auch mit Trainer Frank Schmöller. Nach einem Muskelriss im Oberschenkel war die Saison im März vorzeitig beendet. Jetzt befindet er sich gerade im Aufbautraining. Natürlich stehen wir im Austausch und unterstützen uns auch gegenseitig. Außerdem besucht er Spiele von mir und ich sehe mir seine Begegnungen mit Pullach an.

Fußballsport erfordert einen großen Zeitaufwand. Bleibt Ihnen da noch Zeit für andere Hobbys?
Wenn es passt, gehe ich an die Isar oder einen Badesee. Außerdem spiele ich gern Schafkopfen – und dann ist da auch noch meine Freundin.

10.08.2019 – TUS Geretsried – FC Ehekirchen 3:1 (2:0)

eretsried – Nach zuletzt drei Spielen ohne Sieg sind die Fußballer des TuS Geretsried wieder in die Erfolgsspur zurückgekehrt: Am Samstag besiegte der Landesligist den FC Ehekirchen mit 3:1 (2:0) und führt damit das Tabellenmittelfeld weiter an. „Egal, wie die drei Punkte entstanden sind – es war gerade in dieser Phase ein verdienter Sieg, auch wenn wir in der zweiten Halbzeit nicht gut gespielt haben“, bilanzierte TuS-Trainer Martin Grelics.
Immerhin musste der Übungsleiter auf neun Urlauber und einige verletzte Akteure verzichten. Dennoch gelang gegen den Aufsteiger aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhausen bereits nach acht Minuten die 1:0-Führung. In einer extrem schnellen Vorwärtsbewegung und bedingte durch einen eklatanten Abwehrschnitzer der Gäste eroberte sich Sebastian Schrills den Ball. Der 23-Jährige legte ab für Srdjan Ivkovic, der den Ball trocken ins lange Eck beförderte. „Da hat man gesehen, dass die Mannschaft das Tor unbedingt wollte. Das wollten wir erzwingen“, freute sich Grelics.
Und der TuS legte nach. Ein mustergültiger Diagonalpass von Christoph Herberth über die Abwehrkette fand in Schrills einen dankbaren Abnehmer, der per Kopf in den Winkel auf 2:0 (17.) erhöhte. Unmittelbar danach stieg Simon Schmaus nahe des Mittelfeldkreises überhart gegen Niko Karpouzidis ein, ohne eine Chance auf den Ball zu haben. Schiedsrichter Michael Krug zückte sofort die rote Karte – Platzverweis für den Ehekirchner Torjäger. Kurz vor der Pause vergaben noch Schrills (40.) und Robin Renger (44.) gute Einschussmöglichkeiten für die Gastgeber.
Gleich nach den Seitenwechsel waren die Geretsrieder wieder hellwach. Mit einer gefühlvollen Flanke bediente Rechtsverteidiger David Topic Ivkovic. Der Kroate köpfte auf das Gehäuse. Zwar gelang es, FCE-Keeper Simon Lenk das Leder noch kurz abzuwehren. Aber mit viel Drall landete das Spielgerät zum 3:0 im Netz. Unmittelbar nach der Ampelkarte gegen Niko Karpouzidis gelang den schwäbischen Bezirksligameister der 1:3-Anschlusstreffer durch den eingewechselten Christoph Hollinger (72.). Voraus gegangen war ein Fehler im Geretsrieder Aufbauspiel, als man am Flügel den Ball leichtsinniger Weise verlor.
Trotzdem risikierte es Martin Grelics, seine beiden Torjäger Schrills und Ivkovic vorzeitig vom Feld zu nehmen. Zu sein Landesligadebüt kamen dabei A-Junior Benedikt Hoppe sowie Neuzugang Jonas Reitel. Obwohl es in der Folgezeit viele Nicklichkeiten gab und die Emotionen hoch kochten, blieb es beim Dreier für den TuS. Für die Grelic-Elf gilt es nun, am kommenden Samstag daheim gegen Schlusslicht Kaufbeuren nachzulegen.
TuS Geretsried – FC Ehekirchen 3:1 (2:0)
Tore: 1:0 (8.) Ivkovic, 2:0 (17.) Schrills, 3:0 (47.) Ivkovic, 3:1 (72. Ch. Hollinger. – Schiedsrichter: Michael Krug (SB Versbach). – Gelbe Karten: Jahner (FCE), T. Karpouzidis, Renger, Herberth, F. Kellner, Grelics (alle TuS). – Gelb-Rot: T. Karpouzidis (71./TuS – wiederholtes Foulspiel). – Rot: Schmauss (18. FCE – grobes Foulspiel). – Zuschauer: 150.
TuS Geretsried: Fritz – Topic, Ch. Herberth, N. Karpouzidis, R. Rauscheder, Doqaj, Bahnmüller (84. Hoppe), Renger, Buchmair, Ivkovic (52. F. Kellner), Schrills (71. Reitel).

Vorbericht

Geretsried – Obwohl der TuS Geretsried in der Landesliga anspruchsvollen Fußball zeigt, sehen zahlreiche Spieler den Klub offenbar als Wohlfühloase. Denn mitten im laufenden Meisterschaftsbetrieb haben sich vor dem Heimspiel gegen den FC Ehekirchen (Samstag, 15 Uhr) mit Sebastian Untch, Taso Karpouzidis, Jean Monty Mendama, Mario Walker, Meriton Alasani, Sebastian Rosina, Uros Puskas, Gabriel Ramaj und Rafael Keil sage und schreibe neun Akteure in den Urlaub verabschiedet. Hinzu kommt, dass Claudio Sevkovic (Schulter) und Benjamin Fister (Achillessehne) verletzt sind und Lukas Kellner (Mittelfußbruch) erst wieder mit leichtem Aufbautraining begonnen hat. Überdies liegt die Spielberechtigung von Amer Secerovic aus Slowenien noch nicht vor. „Meine Stimmung ist nicht gut. Denn unter der Woche im Training war kein Konkurrenzkampf zu erkennen, es war kein Zug drin. Klar, wenn sich die Mannschaft von selbst aufstellt“, klagt Coach Martin Grelics.
Dabei hätten seine Schützlinge nach zuletzt drei sieglosen Partien ein Erfolgserlebnis bitter notwendig. Vielleicht klappt es dennoch gegen den Aufsteiger aus dem Landkreis Neuburg-Schrobenhusen, der nach 2016/17 zum zweiten Mal in die Landesliga aufgerückt ist. Denn Ehekirchen steht immer noch sieglos auf dem vorletzten Tabellenplatz, kassierte zuletzt eine 0:5-Klatsche zu Hause gegen den 1. FC Garmisch-Partenkirchen. Allerdings hat die Truppe um den neuen Trainer Gerhard Hildmann (zuletzt TSV Gersthofen und Scout bei Borussia Dortmund mit Heiner Schuhmann) gegen Bayernliga-Absteiger FC Sonthofen und den VfR Neuburg jeweils zwei beachtliche 2:2-Untentschieden abgerungen. Mit vier Treffern ist Simon Schmaus erfolgreichster Schütze des schwäbischen Bezirksligameisters. Interessant, dass der letztjährige Spielertrainer Michael Panknin seinen Pass noch an alter Wirkungsstätte gelassen hat – obwohl er jetzt als Co-Trainer beim Regionalligisten VfB Eichstätt fungiert.
„Ehekirchen möchte die Heimpleite gerade rücken. Deshalb werden wir diesen Gegner nicht unterschätzen. Das wird wieder ein Fifty-fifty-Spiel, bei dem wir etwas Glück brauchen. Dann dürfte etwas mehr drin sein als in den letzten drei Begegnungen“, hofft Martin Grelics. Der 33-jährige Übungsleiter fordert von seinen Kickern, „dass jeder sich auf seinen Job konzentriert und seinen Beitrag für eine erfolgreiche Teamarbeit leistet“. Dann sollte es wieder einmal mit einem Dreier klappen.
TuS Geretsried
Fritz – Rauscheder, Ch. Herberth, Renger, Buchmair, F. Kellner, N. Karpouzidis, Doqaj, J. Bahnmüller, Ivkovic, Schrills, Reitel, Topic.
Schiedsrichter: Michael Krug (SB Versbach).

02.08.2019 – TSV Jetzendorf – TUS Geretsried 1:1 (0:1)

Jetzendorf/Geretsried – Der von Trainer Martin Grelics erhoffte Startschuss für einen erfolgreichen Monat August war nicht unbedingt ein Volltreffer: In der Nachspielzeit kassierten die Fußballer des TuS Geretsried im vorgezogenen Landesliga-Match am gestrigen Freitagabend beim TSV Jetzendorf das Gegentor zum 1:1 (0:1)-Endstand. „Ich bin enttäuscht vom Ergebnis und wie sich meine Mannschaft vor allem in der ersten Halbzeit präsentiert hat“, stellte der Trainer fest. Das Resultat sei am Ende gerecht gewesen.
In einem von beiden Teams schwachen ersten Durchgang fielen die Gäste vor allem durch technische Fehler auf. „Aus dem Nichts“ fiel dann der Führungstreffer für den TuS, als Srdan Ivkovic eine Vorlage von Sebastian Schrills zum 0:1 verwertete (36.). Außer einem nicht ungefährlichen Freistoß von Ludwig Buchmair ergaben sich keine weiteren Chancen, während die Hausherren auch eine oder zwei gute Gelegenheiten ausließen.
Mit der Vorstellung seiner Schützlinge nach dem Seitenwechsel zeigte sich Grelics einigermaßen zufrieden. „Da haben wir unseren Vorsprung ganz ordentlich verteidigt“, so der Coach. Er haderte allerdings mit einer vergebenen Großchance, als Schrills alleinstehend am Jetzendorfer Kasten vorbei schoss. „Das wäre die Vorentscheidung gewesen“, bedauerte Grelics. Und womöglich hätte der TuS die drei Punkte auch sicher gehabt, wäre ein weiterer direkter Freistoß von Buchmair nicht noch knapp neben das Tor abgefälscht worden.
So kam es, wie es kommen musste: Der Aufsteiger blies zur Schlussoffensive, die Geretsrieder leisteten sich in der Nachspielzeit ein dummes Foul in Strafraumnähe und Ludwig Dietrich traf zum umjubelten 1:1-Ausgleich für die Hausherren. Das Fazit des TuS-Trainers: „Wir sind momentan nicht in der Lage, so einen Vorsprung über die Zeit zu bringen.“ Er setzt jedoch darauf, dass in den nun anstehenden beiden Heimspielen gegen Ehekirchen (10. August) und Kaufbeuren (17. August) wieder besser laufen wird.
TSV Jetzendorf – TuS Geretsried 1:1 (0:1)
Tore: 0:1 (36.) Ivkovic, 1:1 (90. +2) Dietrich. – Schiedsrichter: Gürkan Günebakan (TSV Alemannia München). – Gelbe Karten: F. Kellner, Walker (beide TuS), Oberhauser, Peuker, S. Kellner, Dietrich. – Zuschauer: 360.
TuS: Fritz – Rauscheder, Reitel (56. Walker), Herberth, N. Karpouzidis, Buchmair, Doqaj, F. Kellner, Schrills, Ivkovic (76. Mendama), Bahnmüller.

Vorbericht

eretsried – Ziemlich zerknirscht wirkten Trainer und Fußballer des TuS Geretsried nach der jüngsten 0:3-Niederlage gegen Sonthofen. Und diese Gemütsverfassung hat noch ein paar Tage nachgewirkt. „Wir sind sauer auf uns selbst – weil wir uns das zu einem großen Teil selbst zuschreiben müssen“, so beschreibt Martin Grelics die Stimmung im Team, nachdem der Auftritt gegen den Bayernliga-Absteiger noch einmal mittels Videostudium analysiert worden war. „Da waren so viele Fehler, wir sind ständig hin- und hergelaufen. Das hat viel Kraft gekostet, aber nichts gebracht“, sieht der Coach seine Eindrücke bestätigt, die er schon unmittelbar nach dem Spiel gewonnen hatte. Zurück bleibt die Vermutung: „Da wäre mehr drin gewesen.“
Wenn man es positiv sehen will, ergeben sich daraus einige Ansätze, um die Partie am heutigen Freitag beim TSV Jetzendorf (19 Uhr) erfolgreicher zu gestalten. „Ich vermute, dass Jetzendorf uns – ähnlich wie Sonthofen – viel den Ball überlassen wird“, so Grelics. Der 33-Jährige hofft, dass seine Spieler dann besonnener reagieren und nicht wieder „jeden Ball gleich nach vorne spielen“ und leichtfertig wieder hergeben. Sonst wird es vermutlich nichts mit dem Plan, „möglichst schnell wieder in die Spur“ zu kommen. „Zwei Niederlagen am Stück reichen“, betont der Coach. Deshalb gehe man auch mit viel Selbstvertrauen in dieses vorgezogene Punktspiel.
Die Gastgeber aus dem Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm schalteten in zwei Relegationsrunden den FC Moosinning und den SVN München aus, bevor mit dem Aufstieg in die Landesliga der größte Erfolg in der 95-jährigen Vereinsgeschichte feststand. Nach drei Partien ohne eigenen Treffer und lediglich einem Punkt (0:0 im Auftaktspiel beim SV Bad Heilbrunn) feierte die Elf von Spielertrainer Alexander Schäffler am vergangenen Wochenende mit einem 3:1-Sieg (nach 0:1-Rückstand) gegen Mitaufsteiger FC Ehekirchen den ersten Dreier „Der erste Sieg pusht natürlich. Sie sind jetzt in der Liga angekommen“, erwartet Grelics einen hochmotivierten Gegner. Dies bestätigte TSV-Coach Schäffler in seiner Vorschau: „Wir versuchen, noch dazu im Heimspiel, eine ähnlich gute Leistung abzuliefern wie am letzten Sonntag, und wollen die Punkte bei uns behalten.“
Während der Gastgeber noch einmal auf seinen im Urlaub weilenden Torjäger Bendict Geuenich (25 Treffer in der Bezirksliga) verzichten muss, hat der TuS einen weiteren Ausfall zu beklagen. Robin Renger verletzte sich gegen Sonthofen am Sprunggelenk und setzte diese Woche mit dem Training aus. Die Chance, dass der 22-Jährige die Fahrt ins rund 100 Kilometer entfernte Jetzendorf mitmachen kann, sei minimal. „Ich bin trotzdem zuversichtlich, dass wir am Freitagabend mit einem Sieg quasi den Grundstein für einen erfolgreichen August legen“, sagt Grelics. „Denn die nächsten Wochen sind wichtig, da sollten wir möglichst viele Punkte sammeln.“
TuS Geretsried
Fritz, Voß – Rauscheder, N. Karpouzidis, Bahnmüller, Schrills, Buchmair, Topic, Walker, Herberth, Ivkovic, Doqaj, F. Kellner, Keil, Mendama, Reitel.

27.07.2019 – TUS Geretsried – 1. FC Sonthofen 0:3 (0:1)

Geretsried – Martin Grelics hatte es die Laune sichtlich verhagelt. Sein Gesichtsausdruck spiegelte die Enttäuschung über die 0:3 (0:1)-Niederlage der Geretsrieder Fußballer gegen den FC Sonthofen deutlicher wider, als seine recht moderate Kritik in der Pressekonferenz. „Wir machen unsere Chancen nicht rein und laufen dann einem Rückstand hinterher – das ist der Unterschied“, grämte sich der TuS-Coach über die im Rückblick betrachtet schon spielentscheidenden Szenen in der Anfangsphase der Partie.
Kaum eine Minute war gespielt, als David Topic eine Flanke von der rechten Angriffsseite in die Mitte schlug, wo Johannes Bahnmüller freistehend aus sieben, acht Metern den Ball übers Tor köpfte. „Das war eine Hundertprozentige“, stellte Grelics fest. Es blieb jedoch die einzige Gelegenheit dieser Kategorie für die Gastgeber. Auf der Gegenseite fiel die Führung für die Gäste wie aus dem Nichts: Jedenfalls gab es keine Proteste, als der Unparteiische auf Handelfmeter entschied. Andreas Hindelang nutzte die Chance mit einem präzisen Schuss in die linke Ecke – 0:1 (15.). Die Gastgeber agierten zwar weiterhin mit hohem Tempo und viel Engagement, produzierten dabei aber eine enorme Fehlerquote im Passspiel. Was wiederum dazu führte, dass im gegnerischen Strafraum kaum ein Zuspiel ankam, das Gefahr gebracht hätte. Dennoch sah Gästetrainer Benjamin Müller seine Mannschaft schon richtig gefordert: „In der ersten Halbzeit war es eine von Seiten Geretsrieds intensiv geführte Partie. Sie haben es uns nicht leicht gemacht.“ Deshalb habe er in der Pause „ein paar mahnende Worte“ für angebracht gehalten. Diese trugen augenscheinlich Früchte, denn nach dem Wechsel bekam der Bayernliga-Absteiger zusehends Oberwasser, wobei ihm das vorentscheidende 2:0 (59.) perfekt in die Karten spielte. Bei einem Eckball für die Heimelf waren die Innenverteidiger Christoph Herberth und Roman Rauscheder weit aufgerückt. Der von Sonthofen abgewehrte Ball landete bei Kevin Haug, der im Mittelfeld Topic davonlief und Keeper Kai Fritz genial überlupfte. „Danach haben wir es routiniert heruntergespielt. Ich bin glücklich, dass wir am Ende 3:0 gewonnen haben“, sagte FCS-Coach Müller. Den Treffer zum 0:3-Endstand besorgte Rauscheder, der eine scharfe Hereingabe von Sonthofens Marc Penz unglücklich ins eigene Tor grätschte.
„Wir mussten nach dem Rückstand in der zweiten Halbzeit mit mehr Risiko spielen. Aber am Ende war das zu wenig“, stellte TuS-Trainer Grelics fest. Srdan Ivkovic spielte bei seinem Comeback engagiert, aber glücklos. „Er war sehr aktiv, aber nach der Pause fehlt natürlich noch etwas am Zusammenspiel“, so Grelics, der sich bestätigt fühlte in seiner Einschätzung, dass Sonthofen zum Kreis der Titelanwärter zählt. „Wir werden wegen der Niederlage jetzt nicht nervös werden. Am Freitag geht’s nach Jetzendorf. Das ist unsere Kragenweite.“
TuS Geretsried – 1. FC Sonthofen 0:3 (0:1)
Tore: 0:1 (15./HE) Hindelang, 0:2 (57.) Haug, 0:3 (89.) Rauscheder (Eigentor). – Schiedrichter: Yannick Eberhardt (FV Burgberg). – Zuschauer: 100.
TuS: Fritz – Rauscheder, N. Karpouzidis (74. Mendama), Bahnmüller, Schrills, Renger (52. F. Kellner), Buchmair, Topic, Walker (45. Doqaj), Herberth, Ivkovic.

Vorbericht

Geretsried – Seit der zurückliegenden Winterpause haben die Fußballer des TuS Geretsried nur eins von acht Heimspielen verloren. Dabei soll es nach dem Abpfiff der Partie an diesem Samstag gegen den 1. FC Sonthofen bleiben (15 Uhr, Isarau-Stadion). „Es wird sicher wieder ein offenes Landesligaspiel. Ich hoffe, dass wir das Glück dieses Mal wieder auf unserer Seite haben“, sagt Martin Grelics.
Beträchtliche Hoffnungen ruhen dabei auf der Rückkehr von Torjäger Srdan Ivkovic. „Sein Fitnessstand ist gut. Er ist ja schon geraume Zeit im Lauf- und Athletiktraining und hat die vergangenen zwei Wochen voll trainiert“, zeigt sich der TuS-Coach optimistisch, dass der Kroate sein „Seuchenjahr 2019“ nun ins Positive wenden kann. „Er hilft uns auf jeden Fall mit seiner Präsenz und Torgefährlichkeit.“ Ebenfalls wieder in der Startelf steht Christoph Herberth, dessen Zwei-Spiele-Sperre nach der roten Karte aus dem Auftaktspiel bei Illertissen II abgelaufen ist. Zudem rückt Johannes Bahnmüller nach seinem Urlaub wieder in den Kader.
Dennoch gibt es auch diesmal kein großes Gedrängel auf der Geretsrieder Ersatzbank. Lukas Kellner befindet sich zwar im Lauftraining, wird jedoch noch einige Zeit brauchen, ehe er einsteigen kann. Benjamin Fister plagt sich weiter mit Achillessehnenbeschwerden. Claudio Sevkovic hat sich in Kempten am Schlüsselbein verletzt und muss mindestens ein Spiel pausieren. Sebastian Rosina laboriert an einem Bänderriss, den er sich schon beim Saisonstart in Illertissen zugezogen hatte und wird voraussichtlich bis Ende August pausieren – inklusive Urlaub. Dorthin verabschiedet haben sich für eine Woche Torhüter Sebastian Untch sowie Gabriel Ramaj und Anastasios Karpouzidis, die sich drei Wochen Auszeit gönnen. „Das ist im Grunde nicht gut, aber das ist im August bei anderen Vereinen ja nicht anders“, nimmt’s der Coach gelassen.
Mit der verbleibenden Besetzung sieht Grelics für das Heimspiel gegen Sonthofen „gute Chancen, um Punkte zu sammeln“. Der Bayernligaabsteiger ist mit zwei Siegen (in Kempten und gegen Aufsteiger Jetzendorf) und einem Remis (gegen Aufsteiger Ehekirchen) in die Saison gestartet. „Sie sind extrem kaltschnäuzig beim Verwerten ihrer Torchancen, da haben sie eine riesen Qualität“, zeigt sich der TuS-Coach angetan von der Torgefährlichkeit, die seinem eigenen Team zuletzt bei der 0:1-Niederlage in Kempten etwas abgegangen ist. Andererseits haben die Allgäuer in drei Spielen bereits fünf Gegentore kassiert. „Das spricht für eine gewisse Anfälligkeit in der Defensive“, stellt Grelics fest. Und klingt dabei recht zuversichtlich.
TuS Geretsried: Fritz – Rauscheder, N. Karpouzidis, Schrills, Herberth, Ivkovic, Bahnmüller, Renger, Buchmair, Topic, Walker, Mendama, F. Kellner, Doqaj, Reitel, Keil.
Schiedsrichter: Yannick Eberhardt (FV Burgberg).

20.07.2019 – FC Kempten – TUS Geretsried 1:0 (0:0)

Nach zwei Siegen hat es im dritten Spiel auch die Fußballer des TuS Geretsried erwischt: Wie schon im Vorjahr, als man mit einer 1:2-Niederlage vom FC Kempten nach Hause fuhr, war die Stimmung im Bus auf der Rückfahrt auch heuer getrübt. Denn mit etwas Glück und besserer Chancenverwertung wäre mehr drin gewesen als die 0:1-Pleite durch ein Tor von Ex-Profi Thomas Rathgeber (73.). „Es ist schade, dass wir mit ganz leeren Händen heimfahren“, sinnierte Trainer Martin Grelics. „Wir waren heute über ganz weite Strecken überlegen.“

Was umso bemerkenswerter war, als sein Team kurzfristig zwei Rückschläge verkraften musste: Sebastian Rosina zog sich einen doppelten Bänderanriss im Knöchel zu, und Benjamin Fister fiel kurzfristig wegen Achillessehnenbeschwerden aus.

Trotzdem hatten die Gäste vor allem in der ersten Halbzeit, als beide Mannschaften „mit offenem Visier“ (Grelics) agierten, einige klare Möglichkeiten. Die erste Top-Gelegenheit war jedoch den Gastgebern vorbehalten: Nach einem Foul von Claudio Sevkovic, der Rathgeber an der Strafraumgrenze abgeräumt hatte, landete der Ball beim anschließenden Freistoß nur am Pfosten. Ein paar Minuten später hatte Jean Monty Mendama die Chance zur Führung, er scheiterte jedoch an FC-Keeper Elias Bodenmüller. Im munteren Wechsel ging es weiter. In der 40. Minute verhinderte TuS-Torhüter Kai Fritz mit starkem Reflex einen Rückstand, auf der Gegenseite bot sich Niko Karpouzidis die wohl größte Gelegenheit des ganzen Spiels, aber auch er konnte sich im Eins-gegen-Eins nicht gegen Bodenmüller durchsetzen. Kurz vor der Pause hieß es nochmal kräftig durchatmen für den TuS, als ein abgefälschter Ball an der Latte landete. So ging es torlos in die Pause.

20 Minuten vor Schluss hätte sich beinahe die nächste Hundertprozentige für Geretsried ergeben. Doch bei einem Foul an Mario Walker sah Schiedsrichter Alexander Schkarlat den Tatort außerhalb der Strafraumgrenze. Der folgende Freistoß blieb wirkungslos. Wenig später fiel die Entscheidung: Bei einem Kemptener Konter kam TuS-Keeper Fritz nicht entscheidend an den Ball, der durch einen Pressschlag wieder beim Gegner landete, der nächste Pass erreichte Rathgeber, der den Ball in den Winkel beförderte.

„Das war’s dann“, so Grelics. Seine Elf war zwar bis zum Schluss bemüht, konnte jedoch keine klaren Gelegenheiten mehr inszenieren. „Alles in allem war das unglücklich. Das Spiel hätte auch 3:3 ausgehen können“, fasste der TuS-Coach zusammen. Er fuhr dennoch mit vielen erfreulichen Erkenntnissen nach Hause: „Wir sind als Team sehr ordentlich aufgetreten, und die Jungs, die in der zweiten Reihe anstehen, haben das gut gemacht. Von daher war das insgesamt sehr positiv, was vor allem die Jungen geleistet haben.“

FC Kempten – TuS Geretsried 1:0 (0:0)

Tor: 1:0 (73.) Rathgeber. – Schiedsrichter: Alexander Schkarlat (SV Weidenbach). – Zuschauer: 200.

TuS: Fritz – Rauscheder, N. Karpouzidis (76. F. Kellner), A. Karpouzidis, Schrills, Renger, Buchmair, Topic (76., Doqaj), Walker (89. Fister), Sevkovic, Mendama.

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Vorbericht

Geretsried – Für Martin Grelics gibt es eine Prämisse. „Ich brauche Fußballer, die sich mit dem Verein identifizieren“, betont der Trainer des TuS Geretsried. Und er hat den Eindruck, dass dies in der noch jungen Landesliga-Saison besser klappt denn je. Standen doch beim jüngsten 4:3-Derbysieg gegen den SV Bad Heilbrunn gleich acht Akteure in der Startelf, die das Fußballspielen im Isarau-Stadion erlernt haben.

Spekulation ist natürlich, ob das Ergebnis deutlicher ausgefallen wäre, hätten nicht drei Schlüsselfiguren des TuS gefehlt: Christoph Herberth (Rotsperre), Srdan Ivkovic (Aufbautraining nach Schlüsselbeinbruch) und Arthur Kubica (Absplitterung am Sprunggelenk). „Die Mannschaft hat gezeigt, dass sie diese Ausfälle auffangen kann“, lobt der Coach seine junge Truppe. Dass diese im zweiten Durchgang gegen die kampfstarken Gäste beinahe noch in die Bredouille geraten wäre, sei nicht dramatisch: „Natürlich sind uns Fehler unterlaufen. Aber es ist zum jetzigen Zeitpunkt der Saison normal, dass noch nicht alles 100-prozentig klappt.“

Umso erfreulicher sei der gute Start mit sechs Pluspunkten, der dem TuS nach zwei Partien den dritten Platz beschert. „Wir fahren mit breiter Brust nach Kempten“, betont Grelics vor dem Match an diesem Samstag um 17 Uhr bei den Allgäuern. Der Vorjahreszehnte verlor seinen Heimauftakt gegen den 1. FC Sonthofen mit 3:4, gewann aber am Mittwoch bei Aufsteiger Jetzendorf mit 2:0. „Ich habe mir das erste Kemptener Spiel auf Video angesehen. Das ist eine sehr starke Truppe und nach meiner Einschätzung von ihrem spielerischen Potenzial hier ganz oben angesiedelt“, sagt der TuS-Coach. Die Elf um Spielertrainer Matthias Jörg sei zudem mit dem 34 Jahre alten Ex-Profi Thomas Rathgeber (Unterhaching, Offenbach, Saarbrücken, Ulm) und dem vormaligen Memminger Regionalliga-Kicker Jamey Hayse verstärkt worden. „Wir werden wie vergangene Woche in Illertissen versuchen, die Partie so lange wie möglich offen zu halten. Aber wir wollen etwas mitnehmen, wenn es möglich ist“, verrät Grelics.

Verzichten muss er diesmal auf Johannes Bahnmüller (privat verhindert) und den noch einmal gesperrten Herberth. Dafür rückt Neuzugang Jonas Reitel vom FC Garmisch (vormals BCF Wolfratshausen) in den Kader; auch Rückkehrer Roman Rauscheder (TuS Holzkirchen) sei eine Option für die Startelf.

TuS Geretsried: Fritz – Rosina, Fister, T. Karpouzidis, Buchmair, N. Karpouzidis, Renger, Walker, Schrills, Mendama; S. Untch, Rauscheder, F. Kellner, Doqaj, Topic, Sevkovic, Ramaj, Reitel.

Schiedsrichter: Alexander Schkarlat (SV Weidenbach). – Busabfahrt: 13 Uhr am Isarau-Stadion.

17.07.2019 – TUS Geretsried – SV Bad Heilbrunn 4:3 (3:0)

In einem Punkt waren sich beide Trainer nach dem Landesliga-Duell am gestrigen Mittwochabend einig. „Aus so einem Spiel kann man viel lernen“, stellten Martin Grelics (Geretsried) und Walter Lang (Bad Heilbrunn) unisono fest. Während der TuS seinen 4:3 (3:0)-Sieg vor der eindrucksvollen Kulisse von 450 Zuschauern nämlich mit einer taktisch souveränen Vorstellung in der ersten Halbzeit fundamentierte, wären die Gäste mit ihrer beherzten Aufholjagd im zweiten Durchgang beinahe noch belohnt worden.

Mit einem Schock für den HSV begann die Partie, denn Sebastian Schrills traf schon nach 30 Sekunden zum 1:0. „Da waren wir geistig und körperlich noch nicht auf dem Platz“, kritisierte Lang. Schrills erhöhte mit einem schönen Flugkopfball nach Flanke von Sebastian Rosina auch auf 2:0 (27.), während Heilbrunn kein Mittel fand, um die TuS-Abwehr zu knacken. Die einzige nennenswerte Chance vergab Anton Krinner bei einem Kopfball aus kurzer Distanz, während die Hausherren noch zwei Möglichkeiten ausließen. Als Gästekeeper Christoph Hüttl einen Schuss nur abklatschen konnte, traf Jean Monty Mendama zum 3:0-Pausenstand. „Es war uns klar, dass Heilbrunn niemals aufgeben wird“, stellte Grelics fest, dessen Elf gleich nach Wiederbeginn durch einen von Torhüter Kai Fritz an Johannes Kiechle verursachten und von Krinner verwandelten Foulelfmeter das 1:3 kassierte. Der HSV bekam jetzt Auftrieb, „und wir haben nicht mehr konsequent verteidigt“, monierte der TuS-Coach. Und vielleicht wäre die Partie frühzeitig gekippt, hätte der gut leitenden Schiedsrichter Florian Böhm bei einem Rempler an Kiechle im Strafraum erneut auf den Punkt gezeigt. So aber stabilisierten sich die Platzherren und kamen nach einer schönen Kombination über Mendama und Johannes Bahnmüller zum 4:1 durch Mario Walker (65.). Heilbrunn steckte jedoch nicht auf und Thomas Pföderl erzielte mit einem Traumtor aus 25 Metern ins lange Kreuzeck das 4:2 (76.). Beide Teams hatten noch Gelegenheiten, unter anderem tauchte Fritz einen Pföderl-Freistoß aus der Torecke. Doch der 4:3-Anschlusstreffer von Krinner zwei Minuten vor dem Ende kam zu spät.

„Wir können erhobenen Hauptes vom Platz gehen und haben gezeigt, dass wir mithalten können“, betonte Walter Lang, während Martin Grelics feststellte: „Letztlich ist es egal, ob man 4:1 oder 4:3 gewinnt. Wir haben jetzt mit sechs Punkten einen tollen Saisonstart hingelegt.“

TuS Geretsried –  SV Bad Heilbrunn 4:3 (3:0)

Tore: 1:0 (1.) Schrills, 2:0 (27.) Schrills, 3:0 (40.) Mendama, 3:1 (46./FE) Krinner, 4:1 (65.) Walker, 4:2 (76.) Pföderl, 4:3 (88.) Krinner. – Schiedsrichter: Böhm (TSV Wolfratshausen). – Gelbe Karten: Fritz, Mendama (bd. TuS), Pföderl (HSV). – Zuschauer: 450.

TuS: Fritz – Rosina (76. Rauscheder), N. Karpouzidis, Fister, Buchmair, T. Karpouzidis, Bahnmüller (87. Ramaj), Renger, Walker (67. Doqaj), Schrills, Mendama.

HSV: Hüttl – A. Specker, F. Schnitzlbaumer (76. Mügler), Pföderl, Mertens, Pappritz, M. Specker, Krinner, Schmöller (45. Kiechle), Forster (45. Petzold), M. Schnitzlbaumer.

Vorbericht

Lang, lang ist’s her. Am 13. November 2005 standen sich der TuS Geretsried und der SV Bad Heilbrunn zuletzt in einem Punktspiel gegenüber. Damals gewann der TuS beim HSV mit 2:1. Jetzt gibt es ein Wiedersehen in der Landesliga. Entsprechend groß ist in beiden Lagern die Vorfreude auf das erste Landesliga-Derby der Vereinsgeschichte.

Zwar konnten sich beide Teams kürzlich beim Totopokal-Turnier schon einmal beschnuppern. Aber besondere Erkenntnisse lieferte die torlose 30-Minuten-Partie nicht. „Diesmal geht es anders zur Sache“, vermutet Martin Grelics. Walter Lang sieht das genauso. „Das wird ganz anders. Im Turnier war der TuS klar überlegen. Wir werden uns sicher stärker präsentieren“, sagt der Heilbrunner Coach, dessen Team sich beim 0:0 im Auftaktspiel gegen Jetzendorf an die Liga gewöhnen konnte. „Die Jungs wissen jetzt, was sie erwartet“, sagt Lang, der nicht verhehlt, dass er einen Heimsieg zum Einstand nicht verschmäht hätte. „Das wäre ein brutales Schmankerl gewesen“, trauert er ein wenig dem verschenkten Sieg hinterher.

„Der TuS kann mit dem Sieg im Rücken entspannt aufspielen“, vermutet der HSV-Trainer, dass die Gastgeber nach dem Last-Minute-1:0 beim FV Illertissen II mit breiter Brust „auf sechs Punkte stellen“ wollen. „Es gibt kein besseres Teambuilding. Nach dem Spiel war eine super Energie da“, bestätigt Grelics. Dass seine Elf nun im Derby als Favorit gehandelt wird, „nehmen wir gerne an.“

Bei der Aufstellung muss der TuS-Coach gezwungenermaßen Änderungen vornehmen, nachdem sein Kapitän Christoph Herberth in Illertissen die rote Karte gesehen hatte. „Er kommt zwar mit Tempo an, aber ich bin immer noch der Meinung, dass er erst den Ball spielt und dann den Gegner berührt“, beharrt der Trainer nach dem Video-Studium auf seiner Unschuldsvermutung. „Wir werden auf jeden Fall auf Freispruch plädieren.“ Trotzdem muss er Stand jetzt zwei Spiele auf seinen Kapitän verzichten. Deshalb fehlt Herberth ebenso wie vermutlich Arthur Kubica, dessen Genesung offenbar nicht die gewünschten Fortschritte macht.

Nicht nur personell darf man gespannt sein. „Die Heilbrunner werden sich etwas überlegen“, ist Grelics überzeugt, dass der Aufsteiger sich anders präsentieren wird als beim Aufeinandertreffen im Pokal. „Aber wir haben auch ein paar Überraschungseffekte.“ Walter Lang hofft, „dass mein Team das Spiel von Anfang an annimmt und die Nervosität nicht mehr ganz so groß ist.“ In zwei Punkten sind sich beide Trainer einig: „Es könnte ein schönes Spiel werden. Und es wird sicher viel los sein.“

TuS Geretsried: Fritz, (Untch) – Rosina, N. Karpouzidis, A. Karpouzidis, Bahnmüller, Schrills, Renger, Buchmair, Walker, Mendama, F. Kellner, Doqaj, Topic, Sevkovic, Rauscheder, Fister, Kubica.

SV Bad Heilbrunn: Hüttl, (Haslinger) – A. Specker, Mertens, Fl. Schnitzlbaumer, Forster, – Pföderl, Pappritz, – Krinner, M. Schnitzlbaumer, – M. Specker, Schmöller. – Petzold, Fr. Schnitzlbaumer, Klaar, Kiechle, Haberl, Gritzuhn, Essendorfer, B. Specker.

13.07.2019 – SV Illertissen – TUS Geretsried 0:1 (0:0)

Mit dem 1:0 (0:0)-Sieg bei der Regionalligareserve des FV Illertissen haben die Fußballer des TuS Geretsried einen perfekten Saisonstart hingelegt. Doch danach sah bis zu letzten Minute nicht aus. Als Martin Grelics kurz vor Schluss beim Stand von 0:0 mit Florian Kellner und Plator Doqaj frische Kräfte brachte, wäre er mit dem einen Punkt sehr zufrieden gewesen. „Mein einziger Gedanke war: Pfeif endlich ab“, bestätigte der TuS-Coach, dessen Team seit der 48. Minute mit einem Spieler weniger auskommen musste, weil Christoph Herberth wegen angeblicher Notbremse des Feldes verwiesen worden war.

Doch es kam noch besser: Drei Minuten nach seiner Einwechslung erlief Doqaj ein Zuspiel in die Tiefe, leitete den Ball weiter auf Sebastian Schrills, der mit einem Querpass erneut seinen Mitspieler in Szene setzte – Doqaj schob zum Siegtor ein. „Man könnte sagen: Das war sehr überlegt gemacht“, sagte Grelics. Er ließ offen, ob er damit seine gelungene Einwechslung meinte oder den genialen Spielzug.

Es war zu diesem Zeitpunkt einer der seltenen Angriffe des TuS, der sich ab der 70. Minute nahezu ausschließlich darauf beschränkte, das torlose Remis über die Zeit zu retten. In der ersten Halbzeit hätten die Geretsrieder bei ein paar Gelegenheiten für einen ruhigeren Spielverlauf sorgen können. Doch Jean Monty Mendama zielte bei einem Alleingang ebenso neben das Tor, wie Johannes Bahnmüller kurz danach. Eine weitere gute Möglichkeit vergab Christoph Herberth, als er einen Abpraller nach einem Eckball nicht verwerten konnte. „Das ist der einzige Vorwurf, den wir uns machen müssen, dass wir da nicht das Spiel für uns gedreht haben“, monierte Grelics. Zwei Mal mussten auch die Gäste tief durchatmen. In der ersten Halbzeit hatte FV-Kapitän Dominik Trautmann nur noch TuS-Torhüter Kai Fritz vor sich, trat den Ball aber übers Tor. Das gleiche Missgeschick passierte einem Mitspieler nach einer Stunde aus einer Distanz von drei Metern. „Wenn sie da in Führung gehen, ist es vorbei“, stellte Grelics fest. „Ich bin sehr froh, dass wir aus der Situation noch einen Sieg mitgenommen haben. Das gibt der Mannschaft einen zusätzlichen Schub“, fasste der Trainer zusammen.

Einziger Wermutstropfen: Christoph Herberth wird am Mittwoch im Landesliga-Derby gegen Aufsteiger Bad Heilbrunn und vermutlich auch am kommenden Wochenende fehlen. „Mein Eindruck war, dass er seinen Gegner nicht einmal berührt hat“, kommentierte der Coach die rote Karte wegen einer vermeintlichen „Notbremse“.

FV Illertissen II – TuS Geretsried 0:1 (0:0)

Tor: 0:1 (90.) Doqaj. – Schiedsrichter: Sebastian Eder (SV Holzkirchen). – Rote Karte: Herberth (48./TuS, Notbremse).

TuS: Fritz – Rosina, N. Karpouzidis, A. Karpouzidis, Bahnmüller (87. Doqaj), Schrills, Renger, Buchmair, Walker, Herberth, Mendama (83. Kellner).

Vorbericht

Geretsried – Gefühlslage: positiv gestimmt. Fitnesslevel: auf gutem Stand. Besetzung: nicht optimal. Das sind die Eckdaten vor dem Landesliga-Saisonauftakt der Fußballer des TuS Geretsried beim FV Illertissen II an diesem Samstag (14 Uhr). „Wir haben am Donnerstag nochmal sehr ordentlich trainiert. Jetzt freuen wir uns, dass es endlich losgeht“, sagt Martin Grelics.
Der Trainer räumt aber auch ein, dass das erste Spiel „mit viel Spannung behaftet“ sei. Zum einen ist da wie jedes Jahr vor dem ersten Punktspiel eine gute Portion Ungewissheit hinsichtlich des eigenen Leistungsstands. Ebenso könne man über das aktuelle Niveau des Gegners nur spekulieren. „Keiner weiß wirklich, wo er steht“, bestätigt der 33-Jährige, der zudem bei dem sportlichen Ausflug ins Allgäu ein paar Leistungsträger ersetzen muss. Ganz oben auf der Liste schlechter Nachrichten führt Grelics die schleppende Genesung von Arthur Kubic an. „Er hat es probiert, aber im Training wurde es eher schlimmer“, erklärt der Trainer, dass die offenbar noch nicht völlig auskurierte Sprunggelenksverletzung einen Einsatz seines Spielgestalters „zu 99 Prozent“ unmöglich macht. „Ich glaube nicht, dass es Sinn macht.“
Weiter verletzungsbedingte Ausfälle sind der Langzeitverletzte Lukas Keller (Mittelfußbruch), Meriton Alasani (Aduktorenverletzung) und Srdan Ivkovic (Trainingsrückstand). Außerdem fehlen die Defensivspezialisten Roman Rauscheder und Benjamin Fister wegen privater Verpflichtungen; Neuzugang Jonas Reitel vom FC Garmisch ist kurzfristig beruflich verhindert. „Die Ausfälle tun weh, weil ein paar Leistungsträger dabei sind“, sagt Gelics, der gleichzeitig betont, „volles Vertrauen in die Mannschaft“ zu haben.
Auch mit der vergleichsweise kurzen Vorbereitung sei er „insgesamt zufrieden“. Auch wenn man auf ein Erfolgserlebnis in Form eines Testspiel-Siegs verzichten musste. Der 2:0-Erfolg gegen die Reserve des 1. FC Garmisch-Partenkirchen beim Totopokal-Turnier konnte nicht wirklich als Maßstab dienen. Ebensowenig wie man aus den zwei Siegen gegen die Illertissener Regionalligareserve in der vergangenen Saison (6:2 im Allgäu, 2:0 im heimischen Isarau-Stadion) Rückschlüsse ableiten könne. Die heutigen Gastgeber beendeten die Saison als Tabellenzehnter; die aktuellen Neuzugänge stammen fast ausschließlich aus dem eigenen Nachwuchs. „Das ist eine sehr junge Truppe, in der jeder zeigen will, dass er ins Regionalligateam will“, vermutet Grelics. Beim letzten Aufeinandertreffen tummelten sich beide Vereine noch im Tabellenkeller der Landesliga Südwest. Dieses Mal erwarte er ein 50:50-Spiel mit „viel Feuer“, sagt der TuS-Coach – und eventuell mit einem winzigen Erfahrungsvorteil für seine Elf.

TuS Geretsried :  Fritz, Untch – Herberth, A. Karpouzidis, N. Karpouzidis, Buchmair, Rosina, Renger, Bahnmüller, Schrills, Walker, Mendama, Doqaj, Topic, F. Kellner, Sevkovic, Ramaj.

Bericht aus dem Geretsrieder Merkur vom 11.07.2019 zum Saisonstart

Geretsried – Erfolg weckt Begehrlichkeiten. Dessen ist sich Martin Grelics bewusst. „Nach der Rückrunde im Vorjahr ist da eine gewisse Erwartungshaltung, das ist klar“, sagt der TuS-Coach. „Aber man muss realistisch bleiben und schauen, wo man herkommt. Im Fall von Geretsried war das im November 2018 der düstere Landesligakeller. Platz 16 mit 22 Punkten aus ebenso vielen Spielen. Negativer Höhepunkt war das 0:3 am 20. Spieltag beim späteren Absteiger BCF Wolfratshausen. Danach traten Trainer Florian Beham und Co-Trainer Manuel Kluge zurück. Im Winter übernahm Grelics.

Er brachte den erhofften frischen Wind und das angeschlagene Team wieder ins Lot. Am Ende stand Rang sieben, die zweitbeste Platzierung des TuS seit dem Wiederaufstieg im Sommer 2015. So darf es weiter gehen. Doch der junge Coach (33) beugt falschen Hoffnungen vor. „Offensiv ist uns etwas verloren gegangen“, weist er auf mögliche – zumindest kurzzeitige – Substanzverluste durch die Abgänge von Maximilian Baumgartner, Johann Latanskij und Ryosuke Kikuchi hin. Vor allem der Wechsel des Deutsch-Japaners zu Bayernligist TSV Dachau hinterlässt eine Lücke im Geretsrieder Angriffsspiel. „Mittelfristig werden wir das ersetzen können, aber die jungen Spieler brauchen Zeit“, wirbt der Trainer um Geduld, falls nicht gleich alles perfekt funktionieren sollte.

Als Option für die rechte Seite böten sich beispielsweise Mario Walker und Jean Monty Mendama an. Beide hatten in den drei Partien beim Totopokal-Turnier am vergangenen Samstag gute Szenen, die optimistisch stimmen. „Aber man muss schauen, was passt.“ Und vielleicht noch ein bisschen experimentieren. Zumal nicht klar ist, wann Srdan Ivkovic wieder eingreifen kann. Derzeit trainiere der Kroate noch individuell. „Wenn es richtig, richtig gut läuft“ könne er kommende Woche ins Mannschaftstraining einsteigen. Bis der Torjäger wieder spielen kann, werde man wenigstens zwei, drei Wochen Geduld haben müssen.

Geduldig sein heißt es auch für die nachrückenden A-Junioren, die man „Stück für Stück integrieren“ wolle. „Für sie ist Herren-Landesliga noch eine andere Hausnummer“, macht der Coach deutlich, dass der Sprung in die Startelf kein leichter ist. Viel hängt kommenden Saison davon ab, wie der zwischenzeitliche Verzicht auf Arthur Kubica abgefedert werden kann. Der Spielgestalter fehlt ab dem fünften Spieltag wegen eines mehrmonatigen Auslandsaufenthalts. „Das muss das Kollektiv auffangen“, hofft Grelics, dass es gelingt, die „offensive Kreativität“ des 29-Jährigen in anderer Weise zu ersetzen.

Denn unabhängig von personellen Veränderungen werde man an dem schon in der Rückrunde praktizierten „offensiv geprägten System festhalten“ und „mutig spielen“, verspricht der Trainer. „Ich gewinne lieber 3:2 statt ein 1:0 zu ermauern.“ Grundsätzlich sei das Ziel für die am Wochenende beginnende Saison, die Mannschaft zu festigen und weiter zu entwickeln. „Wir werden den Weg aus der Rückrunde weitergehen“, verspricht Grelics. Ein tabellarisches Ziel verfolge er nicht. Als seine persönlichen Favoriten auf den Titel nennt er den VfR Neuburg/Donau, der schon vorige Saison einige Zeit an der Spitze schnupperte und sich personell noch mal verstärkt hat, sowie Bayernliga-Absteiger FC Sonthofen. „Es wäre vermessen zu sagen, wir wollen unter die ersten Drei“, gibt sich Grelics bescheiden. Er betont aber auch: „Wenn die Einstellung passt, sind wir gegen jedes Team konkurrenzfähig.“

06.07.2019 – BFV-Toto-Pokalturnier in Geretsried – 1. Platz

TUS Geretsried – 1. FC Garmisch-Partenkirchen 2:0 / TUS Geretsried – SV Bad Heilbrunn 0:0 / TUS Geretsried – TSV Grünwald 1:1

Geretsried/Bad Heilbrunn – Als beim Toto-Pokal-Turnier am Samstagabend der letzte Pfiff des Unparteiischen verklungen war, waren sich die beteiligten Teams einig: Der SV Bad Heilbrunn zieht aufgrund des besseren Torverhältnisses in die nächste Runde ein. Doch es kam anders – und das war nicht das Einzige, das bei dem neuen Pokalmodus, den der Bayerische Fußball-Verband (BFV) für Landesligisten eingeführt hat, für Stirnrunzeln sorgte.

Martin Grelics gab sich keine Mühe, seine Missstimmung zu verbergen. „Die lassen sich jetzt abschießen“, mutmaßte der Geretsrieder Coach, dass die auf zehn Aktive geschrumpfte Abordnung des 1. FC Garmisch-Partenkirchen in der abschließenden Partie gegen den SV Bad Heilbrunn nicht mehr viel Gegenwehr aufbieten würde. Tatsächlich siegte der Landesliga-Neuling in 30 Minuten mit 5:1 gegen eine Truppe, die gerade noch Freizeitkicker-Niveau erreichte. „Das gehört sich nicht, das finde ich nicht richtig“, schimpfte ein mächtig angefressener Walter Lang nach Spielschluss. „Der sportliche Nährwert ist doch gleich Null.“

Noch dazu hätte er beinahe einen weiteren Ausfall beklagen müssen, weil Max Schnitzlbaumer in der letzten Minute von seinem Gegenspieler ziemlich grob von den Beinen gegrätscht wurde. Inzwischen gab der Spieler Entwarnung. Garmisch-Partenkirchen hatte mit der ersten Mannschaft am Abend zuvor ein Testspiel beim ASV Habach absolviert. Zu dem vom BFV angeordneten Toto-Pokal-Event für Landesligisten reiste eine bunt zusammengewürfelte Reserve-Mannschaft an. „Wenn sie schon mit der Zweiten kommen, sollten sie wenigstens elf Spieler auf den Platz bringen“, ärgert sich Lang. „Das ist sonst unfair den anderen Vereinen gegenüber“, moniert der HSV-Trainer, obwohl er sich zu diesem Zeitpunkt als Turniersieger fühlen durfte.

Dank des besseren Torverhältnisses lag Heilbrunn vor den punktgleichen Teams des TuS Geretsried und des TSV Grünwald an der Spitze. Dachten die betroffen Klubs, und das noch bis zum nächsten Tag. Dann sorgte die BFV-Tabelle für Verwirrung: Dort lag Geretsried auf Platz eins. Denn wenn drei Teams punktgleich sind, regelt Paragraph 23 der Spielordnung die Platzierung (siehe Kasten). „Im Grunde sind wir selbst schuld“, räumte TuS-Coach Martin Grelics unmittelbar nach Turnierende ein, dass seine Mannschaft bei einer besseren Chancenverwertung im Derby gegen den SV Bad Heilbrunn, dem intensivsten und besten Spiel des Turniers, das 0:0 endete, allen Beteiligten viel Rechnerei hätte ersparen können.

Trotzdem konnte Grelics, zu dem Zeitpunkt noch im Glauben, nur Zweiter geworden zu sein, dem Ganzen überwiegend Positives abgewinnen. „Das war ein ordentlicher Auftritt. Wir wollten uns Selbstsicherheit holen, das ist uns gelungen.“ Gemessen an der 1:3-Testspielniederlage gegen Grünwald sah der Trainer sein Team in der Spielanlage deutlich strukturierter, mit besserer Körpersprache und mehr Mut. „Das war ein guter Tag“, lautete sein abschließendes Fazit am Samstagabend. Tags darauf konnte er diese Aussage wiederholen – dieses Mal mit einem dicken Ausrufezeichen versehen. Kommentar von Walter Lang, nachdem er über das Regelwerk informiert worden war: „Das ist Wahnsinn.“

Vorbericht

Geretsried/Bad Heilbrunn – Vier Landesligisten in einem Turnier – das klingt nach einem Leckerbissen für Freunde des gehobenen Amateur-Fußballs. Noch dazu, wo das Kräftemessen zwischen Gastgeber TuS Geretsried, dem SV Bad Heilbrunn, dem 1.FC Garmisch-Partenkirchen und dem TSV Grünwald, das an diesem Samstag ab 14 Uhr im Isarau-Stadion stattfindet, keine Gaudi ist, sondern über den Einzug in die erste Hauptrunde des Totopokal-Wettbewerbs für die Saison 2020/21 (vor-)entscheidet.

Doch bei den teilnehmenden Vereinen stößt der neue Qualifizierungsmodus, der vom Bayerischen Fußball-Verband (BFV) „angepasst“ wurde, nicht nur auf Begeisterung. „Die Bayern- und Landesligisten sind mit der Bitte an uns herangetreten, den Modus für den Totopokal zu ändern, um den Vereinen eine bessere Saisonplanung zu ermöglichen und allen Landesligisten die Möglichkeit zu geben, sich für die erste Hauptrunde zu qualifizieren“, erklärt Verbands-Spielleiter Josef Janker in einer BFV-Pressemitteilung. „Diesem Wunsch sind wir nachgekommen.“

Mit der neuen Variante sind in der ersten Hauptrunde 11 Plätze für Landesligisten reserviert. Deshalb finden an diesem Wochenende in ganz Bayern 22 Turniere statt. Die Sieger spielen dann gegeneinander in elf normalen Partien bis Mai 2020 die Hauptrunden-Teilnehmer aus. „Ich hätte lieber ein ganz normales Vorbereitungsspiel gehabt“, macht Walter Lang keinen Hehl daraus, dass ihm das Turnier nicht wirklich in die Planung passt. „Ich fahre dahin, weil wir müssen. Aber wir nehmen es, wie es ist und werden das Beste draus machen“, sagt der Coach des SV Bad Heilbrunn. Das bedeute, „gewisse Spieler auf gewissen Positionen zu testen“. Vor allem für die Innenverteidigung sucht Lang weiter nach einer Lösung, um den Ausfall von Florian Kapfhammer (Kreuzbandriss) zu kompensieren.

„Das Turnier ist spannend, das sind alles starke Mannschaften“, sagt TuS-Coach Martin Grelics. Deshalb sei es ein „guter Test mit Wettkampfcharakter“. Dass jedes Spiel nur eine halbe Stunde dauert, sei etwas problematisch. Deshalb sei er ganz froh, dass sein TuS zwei Spiele direkt nacheinander spielen kann – zunächst gegen Garmisch-Partenkirchen (14.35 Uhr) und im Anschluss gegen Heilbrunn (15.10 Uhr).

Im Gegensatz zum Landesligaaufsteiger tun sich für Grelics, der zahlreiche personelle Veränderungen verarbeiten und integrieren muss, eine Woche vor Saisonbeginn noch mehrere Baustellen auf. Daher soll das Blitzturnier in erster Linie dazu dienen, die neuformierte Mannschaft weiter einzuspielen – nach dem Wunsch des Trainers dieses Mal mit Arthur Kubica, dessen Einsatz sich jedoch erst beim Aufwärmen entscheide, sowie Neuzugang Jonas Reitel, auf dessen Spielgenehmigung der Verein wartet. Zwar messe Lang dem Pokal keine Bedeutung bei, weil der Fokus eindeutig auf dem Saisonbeginn am kommenden Wochenende liege. „Aber wir werden ordentlich auftreten, das gebietet schon der Anstand“, verspricht Heilbrunns Trainer.

03.07.2019  – TUS Geretsried  – TSV Grünwald 1:3 (0:2)

Nichts war’s mit dem erhofften ersten Testspielsieg: Mit 1:3 (0:2) ging die Partie der Geretsrieder Fußballer am Mittwochabend gegen den TSV Grünwald verloren. Und das Ergebnis geht völlig in Ordnung, wenngleich TuS-Coach Martin Grelics feststellte: „Es war von beiden Seiten kein gutes Spiel.“

Grünwald genoss den Vorteil, dass die Gastgeber ihnen beim Toreschießen kräftig Hilfestellung boten. In der sechsten Minute landete ein Pass im Geretsrieder Spielaufbau im eigenen Strafraum vor den Füßen des Gegners, was Markus Dieckmann zur 1:0-Führung für die Gäste nutzte. Dem 0:2 durch Maximilian Stapf nach einer knappen halben Stunde gingen mehrere gescheiterte Versuche, den Ball zu klären voraus. Beim 0:3 (54.) konnte Sebastian Koch sich im Strafraum relativ unbedrängt mit dem Ball am Fuß drehen und einschießen.

„Es ist noch viel Luft nach oben“, musste Grelics eingestehen. „Wenn vier zentrale Spieler ausfallen, muss man sich andere Lösungen überlegen, um zum Erfolg zu kommen“, resümierte der TuS-Coach. „Ein paar gute Spielzüge reichen da nicht aus.“ Den Geretsrieder Anschlusstreffer zum 1:3 erzielte Anastasios Karpouzidis im Nachschuss nach einem Lattentreffer. „Die Abläufe stimmen noch nicht“, so das Fazit von Grelics. „Aber das ist ein Lernprozess. Wir müssen geduldig bleiben.“

Vorbericht

Der TuS Geretsried drängt auf den ersten Sieg in der Vorbereitung auf die Fußball-Landesliga-Saison. Am Sonntag, beim 1:1 gegen den FC Unterföhring gab das Team von Martin Grelics den Erfolg in der Schlussminute leichtfertig aus der Hand. Das soll im dritten Test heute Abend gegen den TSV Grünwald (Anstoß 19.30 Uhr) besser laufen. „Ich bin eine Freund davon, dass man sich in der Vorbereitung auch mal ein Erfolgserlebnis abholt“, sagt der TuS-Trainer. „Nach einer Niederlage und einem Unentschieden wird es dafür jetzt langsam Zeit.“

Ähnlich wie gegen Unterföhring soll die Partie gegen das Team aus der Landesliga Südost dazu dienen, die Startformation für den Punktspielauftakt am 13. Juli beim FV Illertissen II einzuspielen. Weiter verzichten muss der TuS auf Torjäger Srdan Ivkovic und Spielgestalter Arthur Kubica. Grelics: „Das ist viel Kreativität, die fehlt.“ Aduktorenprobleme verhindern den Einsatz von Meriton Alasani, während Lukas Keller wegen Mittelfußbruchs noch längere Zeit fehlt.

Deshalb hofft der Coach, gegen Grünwald endlich alle Neuzugänge einsetzen zu können. Dazu zählt er auch Mario Walker, den man nach seiner studienbedingten Auszeit reaktivieren konnte. Ein weiterer Neuzugang ist Jonas Reitel: Der Abwehrspieler aus Kochel, der bei der JFG Wolfrathausen ausgebildet wurde und beim BCF Wolfratshausen Bayernligaerfahrung sammelte, war zuletzt beim 1. FC Garmisch-Partenkirchen seinem Ziel, mehr Spielzeit zu erhalten, nicht näher gekommen. Das soll sich beim TuS ändern. „Er hat vier Trainingseinheiten mitgemacht und sich gut präsentiert“, sagt Grelics. „Er hängt sich rein. Zeigt, dass er spielen will und macht einen guten Eindruck. Deshalb sind wir uns schnell einig geworden.“

Ob bis zum Spiel heute Abend schon eine Spielberechtigung vorliegt, war bei Redaktionsschluss noch ungewiss.

30.06.2019 – TUS Geretsried – FC Unterföhring 1:1 (1:0)

Auch wenn Martin Grelics einen „großen Fortschritt“ gegenüber der 1:5-Niederlage im ersten Testspiel in Dachau (wir berichteten) gesehen hatte, eine Standpauke mussten sich die Fußballer des TuS Geretsried dennoch anhören. „Wie kann man sich denn so willenlos in der allerletzten Minute noch ein Gegentor einfangen?“, schimpfte der Coach nach dem 1:1 (1:0)-Unentschieden im Vorbereitungsmatch gegen den FC Unterföhring.

Bei tropischen Temperaturen zeigten sich die Hausherren im ersten Durchgang ballsicher und bestimmten das Geschehen. Aber auch Bayernliga-Absteiger FCU hatte einige gute Aktionen. Nicht auf der Höhe waren die Gäste jedoch in der 16. Minute, als Sebastian Schrills eine Diagonalflanke unter dem Torhüter hindurch zum 1:0 verwertete.

In der Halbzeit wechselte Grelics, der auf die angeschlagenen Leistungsträger Arthur Kubica und Srdan Ivkovic verzichten musste, mehrfach aus. Die vielen vormaligen A-Junioren schlugen sich wacker, wenngleich Unterföhring jetzt mehr vom Spiel und auch eine Reihe von dicken Chancen hatte. Nach einer Standardsitution fiel dann unmittelbar vor dem Schlusspfiff der 1:1-Ausgleich, der den Trainer so erzürnte. Grelics: „Insgesamt betrachtet war das Remis in Ordnung. Aber die Jungen müssen halt noch lernen, sich über die gesamte Distanz zu konzentrieren.“

27.06.2019 – ASV Dachau – TUS Geretsried 5:1 (1:0)

Da ist noch viel Luft nach oben: Mit 1:5 (0:1) verloren die Fußballer des TuS Geretsried ihr erstes Testspiel beim ASV Dachau. Aber Martin Grelics nimmt die Pleite gelassen. „Das Ergebnis sieht nicht schön aus, aber man muss das relativieren. Wir haben sehr viel probiert, und viele junge, neue Gesichter gesehen. Da funktionieren noch nicht alle Mechanismen“, begründet der TuS-Coach das nach zwei Trainingseinheiten noch stark verbesserungswürdige Zusammenwirken der neu formierten Mannschaft.

Anfangs sei man „gut im Spiel gewesen“. Dann habe ein Eigentor (24.) nach einer Dachauer Ecke zu einem Bruch geführt. Zwar gelang Sebastian Schrills in der 51. Minute nach schöner Vorarbeit von Gabriel Ramaj der Ausgleich. Doch je länger die Partie dauerte, desto mehr musste man dem clever agierenden Gegner, der schon zwei Vorbereitungsspiele mehr absolviert hatte, Tribut zollen. Dazu gesellten sich viele Unkonzentriertheiten, die es dem ASV in der Schlussphase leicht machten. „Drei von vier Toren haben wir dem Gegner durch klassische technische Fehler aufgelegt“, monierte Grelics. „Ich bin trotzdem dankbar für das Spiel. Ich habe viel gesehen, was wir ändern müssen.“

Insgesamt kamen 20 Spieler zum Einsatz, darunter Rückkehrer Roman Rauscheder (TuS Holzkirchen) sowie die A-Junioren Gabriel Ramaj, David Topic und Florian Kellner. „Sie haben alle Potenzial“, sagt der Coach, der sich vor allem mit dem Debüt von Neuzugang Robin Renger (SpVgg Selbitz) vom „sehr zufrieden“ zeigt. „Man sieht, dass er eine hohe Qualität hat und Regionalligaerfahrung mitbringt“, lobt Grelics den 22-Jährigen, der verhindern soll, dass im Mittelfeld womöglich eine Baustelle entsteht, wenn sich Arthur Kubica im August für einige Monate ins Ausland verabschiedet. „Das ist sicher ein super Transfer, darüber bin ich sehr froh.“

Nach den Erkenntnissen aus der Dachau-Partie werde er für den nächsten Test am Sonntag gegen den FC Unterföhring (17.30 Uhr, Isarau-Stadion) einige Änderungen vornehmen. Der Kader werde wahrscheinlich etwas verkleinert, damit die Akteure, die sich für die Startelf herauskristallisieren, mehr Spielzeit bekommen. „Wir haben ja nicht mehr so viel Zeit“, begründet Grelics den Verzicht auf weitere Experimente. Noch gedulden müssen sich die erst ab dem 1. Juli spielberechtigten Neuzugänge Uros Puskas (Radnicki Sid/Serbien) und Amer Secerovic (FC Bosna München). Allerdings könnte der frühere bosnische U17-Nationalspieler eventuell für Sonntag eine Gastspielgenehmigung bekommen.

In der kommenden Woche soll dann auch der an einer Schulterverletzung laborierende Torjäger Srdan Ivkovic wieder ins Training einsteigen. „Ich sehe das noch relativ entspannt. Das Ergebnis in Dachau sollte man nicht überbewerten. Ich weiß dass einzuordnen und bin sicher: Wir werden das bis zum Saisonstart gut hinbekommen“, versprüht der Trainer Optimismus.

Bericht aus dem Geretsrieder Merkur vom 22.06.2019 zum Saisonstart

Geretsried – Eine turbulente Saison liegt hinter den Fußballern des TuS Geretsried. Erst die ungeliebte Einteilung in die Landesliga Südwest, dann nach einem guten Start Verletzungssorgen und Unstimmigkeiten im Trainerteam, die in der Trennung vom langjährigen Coach Florian Beham mündeten, und das Abrutschen in den Abstiegszone der Tabelle. Mit zwei „Königstransfers“ – Martin Grelics als Trainer und Arthur Kubica als Spielmacher – kam das TuS-Schiff jedoch wieder ins richtige Fahrtwasser und ankerte nach einer sehr guten Rückrunde am Ende auf Rang sieben.

„So eine Saison möchte ich nicht noch einmal erleben“, sagt Ibro Filan. Es seien viele Kleinigkeiten zusammengekommen, die zu der zwischenzeitlichen Misere geführt haben. Der Abteilungsleiter setzt darauf, dass Trainer und Team an die Rückserie anknüpfen können: „Mir hat es viel Spaß gemacht, zu sehen, wie die Mannschaft sich weiterentwickelt. Und ich glaube, unseren Zuschauern auch.“ Zwar gebe es einige Abgänge, aber nach Ansicht Filans keine „schwerwiegenden“, die man nicht auffangen könne. Seine Zielvorgaben: „Unseren sehr gut ausgebildeten Nachwuchs an die Mannschaft heranführen. Und am besten einen Platz zwischen eins und sechs erreichen.“

Mit der Vorbereitung auf die zweite Saison in der westlichen Landesliga beginnen die TuS-Kicker an diesem Montag, 24. Juni. Bis zum Auftakt am 13. Juli in Illertissen bleiben Coach Grelics dann lediglich drei Wochen Zeit. Filan sieht das nicht dramatisch: „Ich denke, das ist ausreichend. Zum einen haben wir nach dem Ende der letzten Saison noch eine Woche trainiert. Zum anderen sind die Jungs in den Sommermonaten ohnehin fitter, weil sie aktiver sind als zum Beispiel im Winter. Und außerdem hat Martin sich seine Pfingstferien redlich verdient.“

Das erste Testspiel steht am Donnerstag, 27. Juni, um 18.30 Uhr beim ASV Dachau auf dem Programm. Es folgen Vergleiche gegen den FC Unterföhring (30. Juli) und den TSV Grünwald (3. Juli). Außerdem wird die Qualifikationsrunde für den Verbandspokal in diesem Jahr erstmals in Turnierform ausgetragen. Dazu treffen am Samstag, 6. Juli, ab 14 Uhr im Isarau-Stadion der TuS, der FC Garmisch-Partenkirchen, der SV Bad Heilbrunn und der TSV Grünwald aufeinander.

Genügend Gelegenheit also für den Trainer, die Mannschaft nach den Abgängen von Johann Latanskij (Spielertrainer bei DJK Waldram), Maximilian Baumgartner (SV Polling), Ryosuke Kikuchi (TSV Dachau) und Michael Rauch (FC Garmisch) neu zu sortieren. Fürs Mittelfeld gibt es mit Robin Renger einen namhaften Neuzugang. Der 22-Jährige wurde im Nachwuchs des SSV Ulm ausgebildet und war in den vergangenen Jahren in den Oberliga Baden-Württemberg (SC Pfullendorf), Regionalliga Bayern (SpVgg Bayreuth) und zuletzt in der Landesliga Nordost (SpVgg Selbitz) aktiv. „Er ist nach München umgezogen“, erklärt Ibro Filan, wie es zum Kontakt mit dem torgefährlichen Kandidaten fürs linke Mittelfeld kam. Bayernliga-Luft geschnuppert hat in der vergangenen Saison Roman Rauscheder: Der 19-jährige Verteidiger kehrt vom TuS Holzkirchen nach Geretsried zurück, wo er bereits einige Jahre im Nachwuchsbereich gespielt hat. Verstärkung bekommt der Landesligist zudem aus Kroatien: Stürmer Srdan Ivkovic hat den Kontakt zu einem Landsmann hergestellt, der laut Filan „im Training einen guten Eindruck hinterlassen hat“. Der 25-jährige Uros Puskas war bis vor einem Jahr in der vierten Liga in Serbien aktiv und ist in Deutschland, wo er seit kurzem wohnt, sofort spielberechtigt.

Für den TuS empfehlen können sich in den nächsten Wochen auch zwei Probespieler sowie sechs Youngster, die aus dem eigenen Nachwuchs in den Herrenbereich stoßen. „Sie werden ihre Einsatzzeiten bekommen, müssen aber auch Geduld mitbringen“, betont der Abteilungsleiter. Dass zeitgleich mit Robin Reiter, Fabian Kaglin, Lukas Kunzendorf und Peter Auer gleich vier A-Junioren den Klub in Richtung FC Garmisch verlassen haben, sieht Filan nicht allzu tragisch: „Sie stammen alle aus dem Werdenfelser Land, spielen alle im defensiven Bereich und hätten es somit bei uns vermutlich schwer gehabt, an den gestandenen Leuten vorbei zu kommen. Da haben sie es in Garmisch wohl etwas leichter.“